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Simone Borchardt
CDU
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Frage von Jens B. •

In meiner Praxis behandle ich jede Woche 40 Patienten mit jeweils 1 Stunde Sprechzeit. Können Sie vor diesem Hintergrund erklären, was sie genau mit Effizienzproblemen in unserem Fachbereich meinen?

Sehr geehrte Frau Borchardt,

In meiner Praxis behandle ich jede Woche zwischen 36 und 40 Patienten mit jeweils 1 Stunde Sprechzeit. Es handelt sich durchwegs um schwere Fälle, die infolge ihrer Symptomatik oft - zumindest phasenweise - nicht mehr in der Lage sind, ihrer Arbeit nachzugehen oder den Alltag geregelt zu bewältigen. Ich spreche hier von schweren Depressionen, Zwangserkrankungen, Angsterkrankungen, etc. Können Sie vor diesem Hintergrund erklären, was sie genau mit Effizienzproblemen in unserem Fachbereich meinen? Es gibt schlichtweg zu viele schwer psychisch erkrankte Menschen in Deutschland, so dass wir hier kein Steuerungsprogramm, sondern ein Kapazitätsproblem haben. Ihre Einschätzungen treffen mich jedenfalls angesichts meines Engagements für die Patienten schwer ins Mark.

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Antwort von CDU

Ich habe keinen Zweifel daran, dass viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit großem Engagement arbeiten und ihre Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgen. Ihre persönliche Schilderung gibt keinen Anlass, dies infrage zu stellen.

Meine Kritik richtet sich daher nicht an einzelne Praxen, sondern an die Wirkung des Vergütungssystems insgesamt. Die Entbudgetierung wurde seinerzeit damit begründet, dass zusätzliche finanzielle Anreize mehr Behandlungskapazitäten schaffen, die Versorgung verbessern und Wartezeiten verkürzen würden. Diese erwarteten Skaleneffekte sind jedoch ausgeblieben.

Trotz erheblicher Mehrausgaben bestehen weiterhin lange Wartezeiten und deutliche regionale Unterschiede beim Zugang zu Therapieplätzen. Das zeigt, dass die Vergütungsform allein die strukturellen Versorgungsprobleme nicht gelöst hat.

Gerade deshalb muss geprüft werden, wie die vorhandenen Mittel der gesetzlichen Krankenversicherung möglichst wirksam eingesetzt werden können. Die Rückkehr zur Budgetierung verfolgt das Ziel, die Finanzierbarkeit der GKV zu sichern und gleichzeitig die Versorgung dort besonders abzusichern, wo der Behandlungsbedarf am höchsten ist. Deshalb sollen Kinder und Jugendliche sowie schwer psychisch erkrankte Erwachsene weiterhin besonders berücksichtigt werden.

Die eigentlichen Ursachen der Versorgungslücken liegen nach meiner Auffassung nicht allein in der Vergütung. Sie betreffen unter anderem die Verteilung der Behandlungskapazitäten, die Bedarfsplanung und die Steuerungsmöglichkeiten im Versorgungssystem. Diese Herausforderungen lassen sich nicht allein durch höhere Ausgaben lösen.

Ihr persönlicher Einsatz für Ihre Patientinnen und Patienten steht deshalb nicht zur Debatte. Die politische Bewertung bezieht sich auf die Wirksamkeit eines Vergütungssystems, das seine ursprünglich angestrebten Effekte in der Breite nicht erreicht hat.

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