Wie rechtfertigen Sie es, dass ambulant tätige PsychotherapeutInnen durch die geplante Gesundheitsreform überproportional stark belastet werden, im Vergeich bspw. zur Pharmaindustrie?
Sehr geehrte Frau Ludwig,
die geplante Gesundheitsreform on top auf die -4,5% Kürzung ab 1.4.2026 führt ab 2027 vermutlich zu Honorarverlusten bei ambulant tätigen PsychotherpautInnen in Höhe von 20-30%. Das können sich Psychotherapiepraxen nicht leisten (wir sind die am schlechtesten bezahlte Facharztgruppe) und wird vermutlich zu Praxisschließungen, Kündigung von Personal und deutlicher Verschlechterung der Versorgung führen. Vom Nachwuchs ganz zu schweigen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wir sehen die dringende Notwendigkeit von Einsparungen im Gesundheitswesen und wollen auch unseren Beitrag dazu leisten. Wir sind aber nicht bereit zuzusehen, wie unser Berufszweig zerstört wird und unsere PatientInnen im Regen stehen gelassen werden. Ganz abgesehen vom wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Schaden, der so entsteht. Der Bedarf an PT ist gestiegen und schon heute sind die Wartezeiten auf einen freien Therapieplatz in vielen Fällen nicht zumutbar (bei mir 2 Jahre).

