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Sara Nanni
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Frage von Sven J. •

Womit sollen Panzer und Flugzeuge nach Verbrennerverbot betankt werden, wenn alle Raffinerien zu sind?

Sehr geehrte Frau Nanni,

Alle reden vom Verbrennerverbot und der vollständigen Umstellung auf E-Autos. Raffinerien produzieren hauptsächlich Kraftstoffe. Ohne Abnahme durch Automobile kann keine Raffinerie wirtschaftlich arbeiten. Womit soll das Militär betankt werden? Selbst wenn eine kleine Raffinerie bestehen bleibt um Vorprodukte für die Chem. Industrie, Bitumen etc zu produzieren wird die produzierte Spritmenge im V-Fall nicht ausreichen. Davon abgesehen, dass diese Raffinerie als erstes zerbombt wird. Wollen sie sich wirklich auf Importe Verlassen? In einem Verteidigungsfall? Wie ist die Versorgungsstrategie in diesem Fall? Wird über sowas überhaupt diskutiert?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr J.,               

Ihre Frage zielt auf ein sehr wichtiges Thema: Fossile Abhängigkeiten sind eine Gefahr für unsere Sicherheit und Souveränität!

Durch den Krieg von USA und Israels gegen Iran und die Blockade der Straße von Hormus  erleben wir aktuell den größten fossilen Energieschock weltweit. Die Internationale Energieagentur warnt vor Kerosin-Knappheiten in Europa. Doch spätestens die russische Vollinvasion der Ukraine 2022 hat uns eigentlich bereits gezeigt, wie fragil unsere Energieversorgung eigentlich ist. Fossile Brennstoffe haben uns von autoritären Regimen und internationalen Märkten abhängig gemacht. 

Wie Sie schreiben, ist unsere Souveränität im Verteidigungsfall von einer zuverlässigen und resilienten Versorgungskette abhängig. Fossile Brennstoffe können die erforderte Versorgungssicherheit nicht dauerhaft gewährleisten. Dabei ist auch eine rein nationale Produktion von Brennstoffen keine Lösung, da auch diese von ausländischen Rohöl-Importen abhängig ist.

Mit unserem Fraktionsbeschluss „Das fossile Zeitalter ist vorbei: Zeit für eine Energiepolitische Unabhängigkeitserklärung Europas und für eine Strategie zur Stärkung wirtschaftlicher Resilienz“ vom 29.04.2026 fordern wir von der Bundesregierung ein umfassendes Transformationsprogramm, dass diese Gefahren endlich ernst nimmt und umreißen auch, was es dafür braucht.

Auch die Bundeswehr hat das Sicherheitsrisiko fossiler Energien bereits erkannt und arbeitet aktiv an einer Energiewende. Nachzulesen ist das etwa in der Strategie Verteidigung & Klimawandel von 2024. Einen besonderen Fokus legt die Bundeswehr dabei auf synthetische Kraftstoffe, die einen möglichen Weg darstellen können, wie unser Militär künftig auch ohne Raffinerien und importiertes Rohöl tanken kann. Hier muss mehr passieren: Als Grüne haben wir beispielsweise deshalb im Rahmen der Aufstellung des Verteidigungshaushalts 2026 das Bundesministerium der Verteidigung aufgefordert, noch stärker auf Sustainable Aviation Fuel (SAF) bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr und der Luftwaffe zu setzen. Für Landsysteme sind Biokraftstoffe denkbar. Wir haben im Verteidigungsausschuss eine Berichtsbitte zum Themenkomplex Energiesicherheit beantragt, die voraussichtlich im Juli  stattfinden wird, um den langfristigen Reformwillen der Bundeswehr auf den Zahn zu fühlen.

Natürlich kann eine so tiefgreifende Transformation nicht von heute auf morgen geschehen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass wir die Nutzung fossiler Energieträger so schnell wie möglich beenden müssen, um unsere Sicherheit langfristig zu gewährleisten. Dazu braucht es mutige und kluge Entscheidungen für alternative Kraftstoffe.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen!

Mit freundlichen Grüßen,      

Sara Nanni

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