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Rüdiger Lucassen
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Frage von Prof. Dr. Thomas C. •

Deutschland hat die vierthöchsten Verteidigungsausgaben weltweit, die Kampfkraft der Bundeswehr liegt hingegen im internationalen Vergleich allenfalls auf Platz 14. Wie erklärt sich diese Diskrepanz?

Quelle: STATISTA (2024).

Verhältnis der Verteidigungsausgaben zur Kampfkraft der Armeen anderer Industriestaaten im internationalen Vergleich lt. STATISTA:

Ausgaben Militärische Potenz

Großbritannien Platz 6 Platz 6

Frankreich Platz 9 Platz 7

Japan Platz 10 Platz 8

Südkorea Platz 11 Platz 5

Italien Platz 13 Platz 10

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Antwort von AfD

Die Ursachen für die von Ihnen angesprochene Diskrepanz liegen in strukturellen Fehlentwicklungen, falschen Entscheidungen und fehlender Prioritätensetzung: Ein ineffizientes Beschaffungswesen, geprägt durch die künstliche Trennung von Wehrverwaltung und Truppe und damit zu wenig am tatsächlichen Bedarf der Streitkräfte ausgerichtet. Komplexe Vergabe- und Haushaltsregeln, die notwendige Beschaffungen verzögern. Politisch motivierte Projekte wie das absehbare Milliardengrab FCAS. Auch zivile Vorschriften sowie Klima- und Nachhaltigkeitsvorgaben erschweren die Wiederherstellung materieller Einsatzbereitschaft. Die Führungskultur im Bundesministerium der Verteidigung ist zudem nicht konsequent am militärischen Kernauftrag ausgerichtet.

Notwendig sind daher grundlegende Reformen: die Integration der Wehrverwaltung in die Truppe durch eine Änderung oder Streichung von Artikel 87b des Grundgesetzes, eine echte Reform des Vergabe- und Beschaffungsrechts und die konsequente Nutzung von Ausnahmeregelungen für den Verteidigungsbereich. Zentral ist eine klare politische Priorisierung des gesamten Geschäftsbereichs des Bundesministeriums der Verteidigung auf den Kernauftrag: den militärischen Kampf. Darüber hinaus braucht Deutschland eine stärkere geistige Wehrhaftigkeit und eine umfassende Gesamtverteidigung, etwa durch den Ausbau des Zivilschutzes, eine starke Reserve oder die gesellschaftliche Aufwertung des Soldatenberufs.

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