Sind Sie für oder gegen die Kopplung von Lebenserwartung und Renteneintritt?
Sehr geehrte Frau F.,
danke für Ihre Frage. Als Grüne setzen wir uns für ein (generationen-)gerechtes Miteinander ein. Das bedeutet, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, im Alter gut und ohne Sorgen leben können müssen. Gleichzeitig muss das Versprechen einer ausreichenden Rente für alle gelten – auch für die jungen Menschen. Deswegen setzen wir uns für ein stabiles Rentenniveau und faire Beiträge ein.
Klar ist: Wir brauchend dringend Reformen bei der Rente. Immer mehr Rentner*innen kommen auf je weniger Beitragszahler*innen. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Deswegen ist es notwendig, dass wir – neben anderen Maßnahmen – auch an das Alter für den Renteneintritt rangehen.
Gleichzeitig ist mir sehr wichtig, dass wir dabei diejenigen Menschen im Blick behalten, die aus gesundheitlichen Gründen tatsächlich nicht länger arbeiten können. Deswegen sollten wir das Renteneintrittsalter nicht einfach nur pauschal erhöhen, sondern müssen gleichzeitig Maßnahmen im Bereich Gesundheitsschutz, Prävention und Rehabilitation ergreifen, damit Arbeitnehmer*innen gesund und erwerbstätig bleiben. Diejenigen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können müssen wir finanziell unterstützen.
Auf der anderen Seite sehen wir, dass in der Praxis aktuell häufig Personen mit eher höherem Haushaltseinkommen und besserer Ausbildung in Frührente gehen – und häufig nicht diejenigen, die harte körperliche Arbeit leisten. Hier müssen wir die bestehenden Fehlanreize für die Frühverrentung abbauen und es stattdessen fördern, dass Menschen freiwillig auch länger arbeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Rosa Domm

