Wie planen Sie den ÖPNV für Familien attraktiver zu machen?
Sehr geehrter Herr Schnieder,
unsere älteste Tochter ist gerade 6 Jahre alt geworden und wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass es für das Deutschland zwar Rabatte für Job-Tickets gibt, allerdings nicht für Kinder, die ja ab 6 Jahren im ÖPNV (abgesehen vom DB Fernverkehr) ein eigenes Ticket brauchen. Da wir noch weitere Kinder haben, die in den nächsten Jahren natürlich auch in das Alter kommen, in dem sie dann die vollen 63€ zahlen müssten, wird der ÖPNV für uns immer unattraktiver im Vergleich zum Auto. Deshalb die Frage: Gibt es hier Pläne zur Unterstützung von Familien? In anderen Ländern gibt es da familienfreundlichere Regelungen, und es ist ja auch wohl allen Beteiligten klar, dass 6-jährige Kinder noch über kein eigenes Einkommen verfügen, welches eine Ticketpflicht rechtfertigen würde. Zumal auch eine zB kostenfreie Nutzung des ÖPNVs bis zum Ende der Schulzeit ein enormer Bürokratieabbau bei den Ämtern, die sich momentan um Schülertickets kümmern, bedeuten würde.
Sehr geehrter Herr J.,
bei mehreren Kindern können sich die Fahrtkosten zu einer erheblichen Belastung summieren. Allerdings bedeutet die Ticketpflicht ab sechs Jahren nicht, dass jedes Kind ein Deutschlandticket zum vollen Preis benötigt: Je nach Wohnort gibt es vergünstigte Kinder- und Schülertickets.
Die Länder können zusätzliche Ermäßigungen finanzieren. Eine kostenlose Nutzung bis zum Schulabschluss würde zwar Verwaltungsaufwand bei der Anspruchsprüfung verringern, müsste aber zugleich dauerhaft finanziert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Patrick Schnieder

