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Patrick Schnieder
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Frage von Carmen L. •

Honorarkürzungen in der Psychotherapie - Ist es zumutbar, im Gesundheitssystem zu Lasten von psychisch kranken Menschen zu sparen?

Sehr geehrter Herr Schnieder,
als Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Bernkastel-Kues habe ich eine extrem hohe Nachfrage nach Therapieplätzen, die ich leide nie erfüllen kann. Die Menschen kommen aus Arzfeld und Bitburg, Simmern, Mayen und Gerolstein zu mir gefahren, weil sie verzweifelt sind und viel auf sich nehmen, um Hilfe zu bekommen. Es macht mich sprachlos, dass meine Arbeit von Seiten der Krankenkassen so gering geschätzt wird. Diese Kürzung ist nicht nur für die Patienten eine Zumutung, sondern stellt auch für mich in Zeiten explodierender Kosten eine Belastung dar. Als politischer Vertreter meines Wahlkreises bitte ich Sie, uns Psychotherapeuten zu unterstützen und zur Klärung beizutragen. Sie könnten in unserem Namen die Gesundheitspolitiker Ihrer Partei bitten, den Beschluss des Bewertungsausschusses zeitnah zu beanstanden.
Ich bedanke mich vielmals für Ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen,
Carmen L.
Psychologische Psychotherapeutin

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau L.,

vielen Dank für Ihren Einblick in den Praxisalltag. Dass Menschen aus Arzfeld, Bitburg oder Gerolstein bis nach Bernkastel-Kues fahren, zeigt die Versorgungsschwierigkeiten unserer Region. Ihr Unverständnis über Honorarkürzungen bei gleichzeitig steigenden Kosten kann ich nachvollziehen. Psychotherapeutische Versorgung braucht wirtschaftlich tragfähige Praxen; zusätzliche Behandlungen lassen sich nicht beliebig in einen Arbeitstag drängen.

Die Kürzung um 4,5 Prozent wurde vom Erweiterten Bewertungsausschuss gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beschlossen. Für eine rechtliche Beanstandung ist das Bundesgesundheitsministerium zuständig. Dieses hat nach seiner Prüfung davon abgesehen. Inzwischen hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg die Kürzung am 9. Juli 2026 vorläufig gestoppt. Eine endgültige gerichtliche Entscheidung steht noch aus.

Politisch bleibt es unsere Aufgabe, die Folgen für die Versorgung zu berücksichtigen. Der GKV-Finanzreform habe ich zugestimmt, weil eine verlässliche Gesundheitsversorgung dauerhaft finanziert werden muss. Zugleich hat die Koalition gesetzliche Nachbesserungen für die Psychotherapie eingefordert: Laufende Behandlungen sollen abgesichert und Ausnahmen von der Budgetierung insbesondere für Kinder und Jugendliche, schwer psychisch Erkrankte und dringliche Fälle geschaffen werden. Diese beschlossene Entschließung muss noch gesetzlich umgesetzt werden.

Für mich ist entscheidend, dass notwendige Behandlung rechtzeitig erreichbar bleibt. Einsparungen, die Versorgungslücken vergrößern und später aufwendigere Behandlungen erforderlich machen, wären auch wirtschaftlich verfehlt. Ihre Erfahrungen zeigen, weshalb die Bedingungen im ländlichen Raum dabei besonderes Gewicht haben müssen.

Vielen Dank für Ihre Arbeit für die Menschen unserer Region.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Schnieder

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