Sie lehnen anlasslose Überwachung ab - warum stimmen Sie dann für die Verlängerung der Chatkontrolle 1.0, die genau das laut EU-Bericht COM(2023) 797 final tut?
Sehr geehrter Herr Schenk,
Sie betonten: „Einer allgemeinen oder anlasslosen Überwachung privater Kommunikation würde ich nicht zustimmen.“
Dennoch stimmten Sie für die Verlängerung der „Chatkontrolle 1.0“. Der EU-Bericht COM(2023) 797 final zeigt jedoch: 2022 wurden weltweit 12,3 Milliarden Inhalte von Microsoft verarbeitet, von denen sich nur 12.800 bestätigten. Das ist keine gezielte Ermittlung, sondern das anlasslose Scannen von Millionen unbescholtener Bürger.
Zudem weichen Kriminelle längst auf verschlüsselte Dienste oder Anonymisierungsnetzwerke (wie Tor oder 4chan) aus. Getroffen wird vor allem die Alltagskommunikation der Bevölkerung.
Meine Frage: Wie vereinbaren Sie Ihre Ablehnung anlassloser Überwachung mit einer Praxis, die Milliarden Nachrichten ohne Verdacht scannt, und wie begründen Sie den Nutzen angesichts dieser Zahlen?
Mit freundlichen Grüßen,
Moritz F.
Quellen: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52023DC0797
