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Nina Andrieshen
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Frage von Heinrich Jan R. •

Sehr geehrte Frau Andrieshen, wie stehen Sie zur Drogenpolitik ihres Gesundheitsministers. Dieser will Cannabis freigeben. Sehen Sie hier auch keine psychischen Gefahren?

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Antwort von
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Sehr geehrter Herr R.

da ich bereits im Mai zwei ähnliche Fragen beantwortet habe, füge ich die Antwort hier nochmal ein. Betonen möchte ich aber nochmal, dass es unheimlich wichtig ist, über die Gefahren des Cannabis-Konsums, gerade bei Dispositionen zu psychischen Erkrankungen hinzuweisen. Eine Legalisierung kann nur funktionieren, wenn gleichzeitig ein verantwortungsvoller Umgang frühzeitig, d.h., schon bei Jugendlichen Thema ist und vermehrt kommuniziert wird.

Frühere Antwort:

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert haben angekündigt, in diesem Herbst einen Gesetzesentwurf vorzulegen. Ganz konkret geht es darum, die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zum privaten Eigengebrauch in geringen Mengen in lizenzierten Geschäften einzuführen.

Dadurch wird die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet. Gerade die Cannabis-Verunreinigungen aus zweifelhafter Herkunft stellen mittlerweile ein gesundheitlich größeres Risiko dar als die kontrollierte Abgabe und somit der kontrollierte Konsum. Warnungen vor mit Chemikalien gepanschtem Cannabis, welches stark gesundheitsgefährdend ist, haben zuletzt leider drastisch zugenommen.

Durch die Legalisierung wird der organisierten Kriminalität ein Geschäftsfeld entzogen und die Verlockung, auf härtere Drogen beim Dealer umzusteigen entfällt.

Die Polizei, sowie die Justiz wird von Zigtausenden Verfahren wegen des Besitzes von kleinen Mengen des Rauschmittels für den Eigenbedarf entlastet. Dieser wird in vielen Bundesländern ohnehin nicht mehr verfolgt.

Klar ist aber auch, dass es für die kommende Gesetzesvorlage umfassender fachlicher Vorbereitungen bedarf. So soll bis zum Herbst mit führenden Expertinnen und Experten über die relevantesten Fragen zum Gesundheitsschutz, zu Anbau, Lieferketten und zur Besteuerung diskutiert werden. In die Vorbereitungen sollten auch Länder, Kommunen, Verbände, Wissenschaft und die Zivilgesellschaft eingebunden werden. Burkhard Blienert: „Es geht darum, das Wissen und die Erfahrungen zu bündeln, aber auch Einwände und Vorbehalte sehr offen anzusprechen. So unterstützen wir den Gesetzgebungsprozess fachlich und politisch durch ein gutes Fundament.“

Mir persönlich ist es dabei besonders wichtig, dass Jugendliche früh über Cannabis und die möglichen Folgen des Konsums aufgeklärt werden. Gerade im Hinblick auf die Gefahren bei psychischen Vorbelastungen. Nur so ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis im Erwachsenenalter möglich.

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