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Nils Hansen
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Frage von Verena G. •

Guten Morgen Herr Hansen, was raten Sie Eltern in Bergedorf um für ihr Neugeborenes irgendwo eine kinderärztliche Versorgung zu bekommen?

Seit der Geburt vor vier Monaten fahren wir für jeden Termin bis zu 1 1/2 Stunden quer durch Hamburg. Immer zu einem anderen Kinderarzt! Überall bekommt man nur den einen Termin, für EINE U Untersuchung, für die zweite Impfung fängt man wieder an zu suchen. Selbst für ein krankes Baby bekommt man keinen Termin!!! Jeder sagt er nimmt keine neuen Patienten. Was soll man tun? Als Ehepaar 17.000,-€ im Jahr Krankenkassenbeiträge bezahlen, aber für sein Neugeborenes Baby KEINEN Arzt zu bekommen? Ich hätte niemals gedacht, dass das in unserem ja doch so reichen Hamburg möglich ist. :'( Nicht mal für ein krankes vier Monate altes Baby einen Termin zu bekommen ist schon sehr belastend und traurig. Wofür bezahlt man denn eigentlich die Krankenkasse? Jeder weist einen ab und sagt nur, er wäre überlastet. Nach über vier Monaten nur mit Absagen, auch bei Erkrankung, verliert man jedes Vertrauen daran, dass für die Menschen die viel arbeiten zumindest ein Kinderarzt für ein Baby erreichbar sein kann

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Antwort von
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Sehr geehrte Frau G.,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht. Die von Ihnen beschriebene Problematik ist nicht nur unserer Fraktion bekannt, sondern auch mir als Vater zweier noch nicht schulpflichtiger Kinder. Deshalb verstehe ich ihren Unmut voll und ganz. 

 

Grundsätzlich ist es so, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen den Auftrag haben, die Versorgung ALLER Patient*innen sicherzustellen. Nach deren Bedarfsplanung gelingt dies in Hamburg auch, liegt doch laut Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) der Versorgungsgrad in der Hansestadt bei über 100% - auch in Bergedorf. 

Allerdings steht dies den Eindrücken und Realitäten der hier lebenden Menschen vielfach diametral gegenüber. Ein Aufnahmestopp kann daher neben der Bedarfsplanung auch weitere Ursachen haben, wie z.B. Fachkräftemangel oder saisonale Krankheitswellen. Hierüber kann allerdings nur gemutmaßt werden, da die KVH derlei Zahlen entweder nicht erhebt oder kommuniziert. 

Wir bzw. unsere Abgeordneten des Gesundheitsausschusses befinden uns in ständigen Gesprächen mit der KVH und allen weiteren Beteiligten und versuchen nach Kräften, diese unbefriedigende Lage zu entspannen. Darüber hinaus versuchen wir in den Bereichen, in denen wir mitregeln können, aktiv zu werden (siehe Antrag aus dem März 2022: https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/79252/haus_und_kinderaerztliche_versorgung_in_hamburgs_stadtteilen_verbessern_einfuehrung_kleinraeumigerer_zulassungsbezirke_in_hamburg_pruefen.pdf). 

Ich ahne, dass diese Antwort nicht zufriedenstellend für Sie ist und ihre Situation akut nicht verbessert. Dennoch hoffe ich, dass wir in Hamburg auf Sicht eine für alle Beteiligten ausreichende medizinische Versorgung - auch und gerade in der näheren Umgebung - hinbekommen. 

 

Herzliche Grüße 

Nils Hansen

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