Wie stehen sie zum Plan das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln?
Da man laut ARD und ZDF eine Klare Tendenz dagegen ist mit 63%. Und wie stellen sie sich das vor darf man dann mit Berufen die eher sterben eher in Rente?
Vielen Dank für Ihre Frage.
Zunächst ist wichtig: Die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ist ein Vorschlag der Alterssicherungskommission und noch kein beschlossenes Gesetz. Jeder Vorschlag muss durch das parlamentarische Verfahren und wird dort sehr genau geprüft.
Grundsätzlich gilt für mich: Die gesetzliche Rente muss verlässlich und finanzierbar bleiben. Wenn die Lebenserwartung steigt, kann man über moderate Anpassungen der Altersgrenzen sprechen. Die Kommission schlägt vor, die gewonnene Lebenserwartung im Verhältnis 2:1 auf Erwerbszeit und Rentenzeit aufzuteilen. Praktisch hieße das nach heutigem Stand: ab 2032 etwa alle zehn Jahre eine Anhebung um ein halbes Jahr. Das bedeutet aber auch, sollte die Lebenserwartung sinken, wie wir es bspw. in der Corona-Pandemie erlebt haben, steigt auch das Renteneintrittsalter langsamer.
Gleichzeitig darf eine solche Regelung nicht blind gegenüber unterschiedlichen Lebensläufen sein. Wer aus gesundheitlichen Gründen kurz vor der Rente nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann, braucht eine faire Möglichkeit, früher in Rente zu gehen. Für mich ist klar: Wer nicht mehr kann, muss früher gehen können. Genau auf solche Fragen wird es im parlamentarischen Verfahren entscheidend ankommen.

