Warum diese Unfairnis bei der GKV Reform?
Hallo Herr Miersch,
ich bin zutiefst enttäuscht von der GKV-Reform. Über Wochen wurde von Vertrauensschutz, Lebensplanung und sozialer Gerechtigkeit gesprochen. Viele Abgeordnete haben mir genau das zugesichert.
Im Ergebnis werden nun ausgerechnet bestehende Rentnerhaushalte belastet, die jahrzehntelang gearbeitet, hohe Beiträge gezahlt und zusätzlich privat sowie betrieblich für ihr Alter vorgesorgt haben. Eigenverantwortung wird nachträglich bestraft.
Für meine Frau mit Minijob und mich bedeutet das künftig 3500 Euro netto weniger pro Jahr. Dabei geht es nicht nur ums Geld, sondern um Vertrauen in die Verlässlichkeit politischer Zusagen.
Ich frage Sie daher: Warum wurde der angekündigte Vertrauensschutz für bestehende Rentnerhaushalte nicht umgesetzt? Warum wurden Ausnahmen für andere Gruppen geschaffen, nicht aber für Menschen, die ihre Lebensplanung im Vertrauen auf die geltenden Regeln abgeschlossen habe.
Warum die SOZIALdemokraten?
Enttäuschte Grüße. Mich habt ihr verloren
Vg JF
Sehr geehrter Herr F.,
vielen Dank für Ihre Nachricht auf die ich nachfolgend gern eingehe.
Ihre Enttäuschung kann ich nachvollziehen, gerade wenn Sie das Gefühl haben, dass Eigenverantwortung und private Vorsorge im Ergebnis nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Die Einsparungen von rund 18 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung lassen niemanden in der SPD kalt, und ich bin mir sehr bewusst, dass das gerade viele Menschen umtreibt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir handeln mussten, um unseren Sozialstaat auch für die Zukunft verlässlich zu halten und enorme Beitragssteigerungen für alle zu verhindern. Wer die gesetzliche Krankenversicherung dauerhaft sich selbst überlässt und die Beiträge unkontrolliert steigen lässt, gefährdet sie am Ende stärker als eine Reform, die allen Beteiligten etwas abverlangt.
Das ändert nichts daran, dass ich Ihre konkrete Betroffenheit ernst nehme. Wir werden die Auswirkungen dieses Gesetzes gemeinsam mit den Beteiligten weiter sehr aufmerksam.
Sehr geehrter Herr F., ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Rückmeldung helfen.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Miersch

