Was tun Sie, wenn die Abstimmung zur Patentierung genveränderter Sorten erfolgt?
Ich bin beunruhigt, nachdem ich erfuhr, dass das Unternehmen KWS für eine natürlich vorkommende Gensequenz das Patent bekam. Bin ich da richtig informiert?
Dies würde unweigerlich dazu führen, dass konventionelle Züchter von ihrer Arbeit ausgeschlossen werden.
Die Patentfrage ist zentral bei der demnächst erfolgenden Abstimmung im Europäischen Parlament zur Neuregulierung von Pflanzen, die mit sogenannten Neuen Genomischen Techniken (NGTs) erzeugt wurden. Die Fraktion der Grünen im Europäischen Parlament wird gegen diesen Verordnungsvorschlag stimmen - er verletzt das Vorsorgeprinzip, das Cartagena-Protokoll und unterbindet zentrale grüne Forderungen wie Kennzeichnung von NGT-Pflanzen und Endprodukten, Rückverfolgbarkeit, eine gründliche Risikobewertung und Umweltmonitoring. Auch die Patentfrage ist im vorliegenden Trilogergebnis mangelhaft gelöst, da es Patente auf im Kern natürliche Pflanzenmerkmale und genetische Ressourcen ermöglicht. Dadurch wird die Marktkonzentration im Saatgutsektor weiter zunehmen und die Züchtungsfreiheit weiter eingeschränkt werden.
Und ja, Sie sind richtig informiert: KWS hält mehrere Patente auf Züchtungsverfahren, die auf der Analyse und Nutzung natürlich vorkommender Gensequenzen beruhen. Der Patentschutz erstreckt sich v.a. auf die technische Anwendung und nicht die Gensequenz selbst - was in der Praxis für Züchter bedeuten kann, dass die Nutzung entsprechenden Saatguts zu Züchtungszwecken eingeschränkt ist oder Lizenzpflichten und gegebenenfalls auch finanzielle Forderungen nach sich ziehen kann.

