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Markus Ferber
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Frage von Kristin W. •

Unterstützen Sie eine EU-weite KI-Risikostrategie, die diese Szenarien adressiert, sowie eine ergänzende nationale Strategie? Welche konkreten Schritte planen Sie in dieser Legislaturperiode?

Sehr geehrter Herr Ferber,

als KI-Forscherin mit drei Jahren Erfahrung in der Evaluation von KI-Verhalten sehe ich, gestützt u.a. auf das Szenario „AI 2027" (ai2027.com), dringenden Handlungsbedarf in drei Bereichen:

1. Kontrollverlust: KI-Systeme könnten Fähigkeiten erlangen, die wir nicht mehr steuern können.

2. Massenarbeitslosigkeit: Automatisierung verdrängt Berufsfelder schneller, als Sozialsysteme reagieren können.

3. Polarisierung: KI-Desinformation destabilisiert demokratische Prozesse; Chatbots verstärken dies durch unkritisches Zustimmen.

Andere sicherheitskritische Technologien wie Kernenergie und Biotechnologie haben Risikominderungsstrategien entwickelt, bevor Katastrophen eintraten. Bei KI fehlt das auf nationaler wie EU-Ebene.

Unterstützen Sie eine EU-weite KI-Risikostrategie, die diese Szenarien adressiert, sowie eine ergänzende nationale Strategie? Welche konkreten Schritte planen Sie in dieser Legislaturperiode?

Mit freundlichen Grüßen, K. W.

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Antwort von CSU

Sehr geehrte Frau W.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage hier auf Abgeordnetenwatch und den Impuls aus der wissenschaftlichen Praxis. Die von Ihnen beschriebenen Herausforderungen, die von der gesellschaftlichen Stabilität bis hin zum tiefgreifenden Wandel unseres Arbeitsmarktes reichen, zeigen sehr deutlich, wie sensibel die Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz politisch begleitet werden muss.

Für mich steht außer Frage, dass technologischer Fortschritt und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen müssen. Mit dem EU AI-Act greift der europäische Rechtsrahmen bereits viele der von Ihnen angesprochenen Gefahrenszenarien auf. Eine künftige Weiterentwicklung dieser Risikostrategie – ob auf europäischer oder auch nationaler Ebene – sollte diesen bestehenden Rahmen daher nicht durch bürokratische Doppelstrukturen überlasten, sondern stets die Balance zwischen dem notwendigen Schutz und der Offenheit für Innovationen wahren.

Als nächster entscheidender Schritt muss es nun vor allem darum gehen, die konkrete Ausgestaltung und die praktische Anwendung der beschlossenen Regeln aufmerksam zu begleiten. Der Fokus muss darauf liegen, die regulatorische Praxis in Europa so ausgewogen und praxistauglich zu gestalten, dass wir den berechtigten Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit gerecht werden und gleichzeitig unsere technologische Souveränität im globalen Wettbewerb sichern.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Markus Ferber, MdEP

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