MdEP Manuela Ripa (ÖDP)
Manuela Ripa
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Frage von Sebastian L. •

Sehr geehrter Frau Ripa, wie kann es sein, das deutsche, private Rettungsschiffe von italienischen Behörden an Seenotrettungsaktionen gehindert werden. Und so gut wie nichts davon in der Presse?

Hier ein Auszug aus dem Sea-Watch Newsletter vom 09.04.2026 :

nach dem Osterwochenende gelten infolge eines Schiffbruchs im zentralen Mittelmeer mehr als 70 Menschen als vermisst. Zuvor waren innerhalb weniger Tage mindestens 104 Menschen auf ihrer Flucht über das Meer gestorben. Die italienische Küstenwache hat am 1. April 19 Leichen geborgen.

...

Bereits Mitte März wurde für die Sea-Watch 5 nach der Rettung von 93 Menschen in Seenot eine 20-tägige Festsetzung und eine Geldstrafe von 10.000 Euro verhängt. Nun haben die italienischen Behörden auch unser zweites Rettungsschiff Aurora festgesetzt, nachdem die Crew am Freitag (3. April) 44 gestrandete Personen von der verlassenen Ölplattform Didon in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet hat.

Warum Du von all dem vermutlich wenig bis gar nichts in den Medien gelesen hast, während sich ganz Deutschland um einen gestrandeten Wal sorgt (dessen Schicksal mich ohne Frage auch berührt, aber Du verstehst sicher, worauf ich hinaus will

MdEP Manuela Ripa (ÖDP)
Antwort von ÖDP

Sehr geehrter Herr L.

warum Medien über bestimmte Themen mehr berichten als über andere, kann ich Ihnen natürlich nicht beantworten und müssten Sie ggf. direkt bei dem entsprechenden Medium nachfragen.

Was die Seenotrettung anbelangt, so hat meine Partei, die „ÖDP – die Naturschutzpartei“, eine klare Position, die stark von humanitären Werten und völkerrechtlichen Verpflichtungen geprägt ist. Wir sehen die Rettung von Menschenleben als eine ethische und rechtliche Pflicht an, die nicht zur Debatte stehen darf. Die Rettung von Menschen in Seenot betrachten wir als zwingende humanitäre Aufgabe, die unabhängig von der Fluchtursache oder politischen Erwägungen erfüllt werden muss.

Wir fordern eine stärkere Rolle staatlicher Akteure und eine europäische Seenotrettungsmission. Solange diese jedoch nicht ausreichend vorhanden ist, plädieren wir für die Unterstützung und den Schutz ziviler Seenotretter.

Ich wende mich strikt gegen die Kriminalisierung ziviler Organisationen. Ich habe mich wiederholt gegen die Behinderung von Rettungsschiffen durch Behörden ausgesprochen und betont, dass die Rettung von Menschenleben niemals eine Straftat sein darf. Als ÖDP fordern wir eine Wirtschaftspolitik, die Ressourcen schont und soziale Unterschiede global verringert, um Fluchtbewegungen präventiv entgegenzuwirken.

Mit freundlichen Grüßen

Manuela Ripa

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