Welche wissenschaftlich geforderten Infrastrukturmaßnahmen für die Verkehrsinfrastruktur wollen Sie umsetzen?
Sehr geehrter Herr Hagel,
Die Verkehrsinfrastruktur im südlichen Baden-Württemberg lässt sehr zu wünschen übrig. Die Gäu- und Schwarzwaldbahn ist oft monatelang gesperrt; der B33-Ausbau für Autos kommt kaum voran.
Wissenschaftler der Universität Konstanz haben für den Landkreis Konstanz in einem Gutachen 2025 basierend auf Datengetriebenen Analysen und Bevölkerungsbefragungen Hauptprobleme identifiziert und Lösungsansätze erarbeitet: https://zenodo.org/records/14599809
Z.B. lassen sich Zugausfälle oft ursächlich auf den fehlenden Freischnitt von Bahnstrecken zurück führen, während andere Länder einen V-Schnitt verfolgen (S. 267). Viele weitere Handlungsempfehlungen wurden vorgestellt (S. 255), etwa Taktkoordination, bauliche Trennung, Güteoptimierungen, Echtzeitinformationen, etc.
Sind Ihnen diese Ansätze bekannt? Hören Sie auf die Wissenschaft und Experten? Welche der dort aufgezeigten Maßnahmen planen Sie in Baden-Württemberg umzusetzen / im Bund darauf zu drängen?
Sehr geehrter Herr Q.,
vielen Dank für Ihre Nachricht und die Hinweise auf das Gutachten der Universität Konstanz.
Die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur – gerade auch im südlichen Baden-Württemberg – ist für uns ein zentrales Thema. Die von Ihnen angesprochenen Einschränkungen im Schienenverkehr wie auch die Verzögerungen bei wichtigen Straßenprojekten sind bekannt und stellen für Pendler, Wirtschaft und Tourismus gleichermaßen eine erhebliche Belastung dar.
Grundsätzlich ist es richtig und notwendig, verkehrspolitische Entscheidungen auf einer soliden fachlichen und wissenschaftlichen Grundlage zu treffen. Die CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg steht hierzu in regelmäßigem Austausch mit Verkehrsunternehmen und Experten. Dabei geht es sowohl um strukturelle Fragen der Infrastruktur als auch um betriebliche Aspekte wie Zuverlässigkeit, Taktung und Information der Fahrgäste.
Gleichzeitig ist zu berücksichtigen, dass viele der von Ihnen angesprochenen Maßnahmen – insbesondere im Bereich der Schieneninfrastruktur – in der Zuständigkeit des Bundes liegen. Wir setzen uns daher seit Jahren für eine stärkere Priorisierung von Instandhaltung, Kapazitätserweiterung und Zuverlässigkeit im bundesweiten Schienennetz ein. Entscheidend ist aus unserer Sicht, dass vorhandene Mittel wirksam eingesetzt und Planungs- sowie Umsetzungsprozesse beschleunigt werden.
Freundliche Grüße
Manuel Hagel MdL

