Guten Tag Herr Brinkmann Wie sehen sie die Renten Gestaltung für junge Leute in Zukunft?
Hallo Malte,
vielen Dank für Deine wichtige Frage.
Für junge Leute muss die Rente in Zukunft vor allem eines sein: Verlässlich, fair und finanzierbar. Die gesetzliche Rente bleibt auch künftig das Fundament der Alterssicherung. Deshalb hat die Bundesregierung mit dem Rentenpaket 2025 das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent stabilisiert. Zugleich ist klar, dass wir für die Zeit danach weiterdenken müssen. Dafür arbeitet seit Januar 2026 eine Alterssicherungskommission, die bis Ende des zweiten Quartals 2026 Vorschläge für eine umfassende Reform vorlegen soll. Dabei geht es ausdrücklich um die gesetzliche, die betriebliche und die private Vorsorge.
Aus Sicht der Union ist entscheidend, dass junge Menschen sich später nicht allein auf eine Säule verlassen müssen. Deshalb setzen wir auf drei starke Bausteine: Eine stabile gesetzliche Rente, mehr Verbreitung der Betriebsrente und eine moderne private Vorsorge. Bei der Betriebsrente hat die Bundesregierung bereits nachgebessert. Vor allem Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen sowie Menschen mit geringeren Einkommen sollen leichter Zugang bekommen. Teile des Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetzes sind seit dem 22. Januar 2026 in Kraft.
Ein besonders wichtiger Punkt für junge Menschen ist die private Vorsorge. Das Bundeskabinett hat im Dezember 2025 eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen. Dabei soll die bisherige Riester Logik durch einfachere, günstigere und renditestärkere Produkte ersetzt werden. Vorgesehen sind unter anderem ein standardisiertes Vorsorgeprodukt und die Möglichkeit eines geförderten Altersvorsorgedepots, das auch Kapitalmarktanlagen wie breit gestreute Aktienfonds und ETFs einbeziehen kann.
Hinzu kommt die geplante Frühstart Rente. Nach den Kabinettsbeschlüssen sollen Kinder und Jugendliche ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten. Das Gesetz soll 2026 beschlossen werden, mit dem Ziel eines rückwirkenden Inkrafttretens zum 1. Januar 2026. Der Gedanke dahinter ist richtig: Wer früh anfängt, profitiert besonders stark vom Zinseszinseffekt und baut leichter eigenes Vermögen fürs Alter auf.
Mein politischer Maßstab ist dabei: Die junge Generation darf nicht immer höhere Beiträge zahlen müssen, ohne selbst auf eine verlässliche Perspektive vertrauen zu können. Deshalb brauchen wir eine Rentenpolitik, die Leistung anerkennt, private Eigenvorsorge stärkt und Arbeit nicht überlastet. Die Richtung der Bundesregierung ist hier richtig. Aus Sicht der Union wird aber ebenso wichtig sein, die Systeme einfach, nachvollziehbar und generationengerecht zu halten.
Beste Grüße
Lutz

