Warum wird geplant, unserem seit Jahrzehnten bestehenden Programm "Bildungsberatung GF-H" so viel weniger (nur 11 Mio.) Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen? MfG N.K.
Sehr geehrte Frau Reisner,
Bildung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Integration. Durch Bildung lassen sich langfristige Kosten durch Arbeitslosigkeit und Transferleistungen senken. Der GF-H leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration und Fachkräftesicherung sowie zur Chancengleichheit, indem er Zugewanderte gezielt fördert und sie nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert. Wir möchten Sie daher eindringlich bitten, sich für eine auskömmliche Finanzierung des GF-H einzusetzen, sodass mindestens das Fördervolumen von 16 Mio. € auch in den kommenden Jahren gesichert bleibt. Nur so können wir gewährleisten, dass dieses erfolgreiche Programm weiterhin seinen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit, Integration und Fachkräftesicherung leisten kann. Vielen Dank!
https://bildungsberatung-gfh.de/wde/ueber-uns/index.php?navid=263789263789
https://bildungsberatung-gfh.de/
Sehr geehrte Frau K.,
Vielen Dank für Ihre Nachricht – und für Ihr Engagement für ein Programm, das echte Wirkung hat.
Was hier gerade passiert, ist kein bürokratisches Versehen. Ein Programm, das seit über 50 Jahren funktioniert, das nachweislich Bildungsbiografien ermöglicht und gesellschaftliche Teilhabe schafft, gerät unter Kürzungsdruck – während gleichzeitig Milliarden in Rüstung fließen. Das ist eine politische Entscheidung. Sie sagt etwas darüber aus, wessen Zukunft dieser Staat für förderungswürdig hält.
Bildung als Gemeingut zu begreifen, nicht als Kostenfaktor – das ist für uns als Die Linke keine Floskel, sondern der Kern unserer Politik. Deshalb hat unsere Fraktion den Bundeshaushalt 2026 abgelehnt. Nicht weil wir grundsätzlich gegen jeden Haushalt sind, sondern weil dieser die falschen Prioritäten setzt: weniger für Menschen, mehr für Waffen.
Ich wäre unehrlich, wenn ich Ihnen versprechen würde, dass wir als Oppositionspartei diese Kürzung parlamentarisch verhindern können. Was ich Ihnen sagen kann: Es braucht Druck von außen. Über 50.000 Menschen haben die Petition bereits unterzeichnet – das zeigt, dass etwas in Bewegung ist. Halten Sie das aufrecht. Organisieren Sie sich mit den Trägerorganisationen, machen Sie den politischen Preis dieser Kürzung sichtbar. Das ist es, was Regierungsmehrheiten tatsächlich zum Nachdenken bringt.
Mit solidarischen Grüßen
Lea Reisner

