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Kirsten Kappert-Gonther
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Frage von Moritz Z. •

Wie stehen Sie zur Finanzierung queerer Jugendverbandsarbeit durch die Bundesregierung?

Seit 1990 wird die Arbeit des Jugendnetzwerk Lambda e.V. durch Mittel aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes mitfinanziert. Seit 2018 besteht dafür eine Rahmenvereinbarung, welche die finanzielle Grundlage der bundesweiten Jugendverbandsarbeit bildet. Die Sachberichte der vergangenen Jahre wurden ohne Beanstandungen geprüft und die Arbeit des Verbands immer wieder fachlich anerkannt und gelobt. Doch nun hat Bundesministerin Karin Prien die Rahmenvereinbarung mit dem queeren Jugendnetzwerk Lambda e.V. zum Jahresende 2026 überraschend gekündigt.

Durch die Kündigung durch das Ministerium steht die Jugendverbandsarbeit zum Ende des Jahres nun vor dem Aus.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Moritz Z.

vielen Dank für Ihre Zuschrift und Ihr Engagement zu diesem wichtigen Thema.

Die Entscheidung des Bundesministeriums, die Rahmenvereinbarung mit dem Jugendnetzwerk Lambda e.V. zum Ende des Jahres 2026 zu kündigen, sehe ich mit großer Besorgnis. Gerade für queere Jugendliche sind verlässliche Angebote vor Ort von großer Bedeutung. Die Jugendverbandsarbeit leistet einen ganz zentralen Beitrag dazu.

Viele junge Menschen erleben aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Ausgrenzung und Diskriminierung. Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts zeigt, dass acht von zehn queeren Jugendlichen bereits Diskriminierung erfahren haben – mehr als die Hälfte davon in Form von Beschimpfungen im öffentlichen Raum. Gleichzeitig sind queere Menschen einem erhöhten Risiko von Gewalt ausgesetzt. Die Zahl der registrierten Straftaten im Bereich „Sexuelle Orientierung“ und „Geschlechtsbezogene Diversität“ ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Vor diesem Hintergrund leisten Organisationen wie das Jugendnetzwerk Lambda e.V. einen wichtigen Beitrag. Sie schaffen geschützte Räume, in denen sich junge Menschen austauschen, gegenseitig stärken und Unterstützung finden können. Diese Arbeit trägt nicht nur zur gesellschaftlichen Teilhabe bei, sondern ist auch für die psychische Gesundheit vieler Jugendlicher von großer Bedeutung. Verschiedene Studien zeigen, dass queere Menschen infolge von Diskriminierungserfahrungen häufiger unter psychischen Belastungen, wie Depressionen oder Angststörungen leiden.

Deshalb halte ich eine verlässliche Förderung queerer Jugendverbandsarbeit für essenziell und halte jegliche Einsparungen in diesem Bereich für falsch. Wenn ein Verband über viele Jahre fachlich anerkannte Arbeit geleistet und die Verwendung der Fördermittel ordnungsgemäß nachgewiesen hat, sollten Änderungen an der Förderung transparent begründet werden. Jugendverbände brauchen Planungssicherheit, um ihre Angebote langfristig aufrechterhalten zu können.

Ich setze mich dafür ein, dass queere Jugendliche auch künftig Zugang zu verlässlichen Beratungs-, Begegnungs- und Beteiligungsangeboten haben.

Mit freundlichen Grüßen

Kirsten Kappert-Gonther

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