Sind Sie für OpenSource in der Verwaltung ?
Ja, ich bin klar für den Einsatz von Open-Source-Software in der öffentlichen Verwaltung.
Open Source bietet große Chancen: Mehr digitale Souveränität, weniger Abhängigkeit von einzelnen Anbietern, höhere Transparenz und langfristig auch mehr Sicherheit. Gerade für den Staat ist es sinnvoll, die Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur zu behalten.
Entscheidend ist aber nicht nur das Ob, sondern vor allem das Wie.
Die Erfahrungen der letzten Monate in Schleswig-Holstein zeigen leider, dass eine Umstellung auf Open Source auch scheitern kann, wenn sie schlecht vorbereitet und umgesetzt wird. Viele Beschäftigte in den Landesbehörden haben berichtet, dass notwendige Programme nicht richtig funktionieren, Abläufe erschwert werden und sie im Alltag mehr Zeit verlieren statt gewinnen. Das führt zu Frust – und gefährdet am Ende die Akzeptanz eines eigentlich richtigen Projekts.
Digitalisierungsminister Schrödter hat hier zu sehr auf Tempo gesetzt und zu wenig auf Einbindung, Praxistauglichkeit und funktionierende Prozesse. Große IT-Umstellungen brauchen Zeit, Tests und vor allem die Beteiligung derjenigen, die täglich damit arbeiten.
Deshalb bleibe ich dabei: Open Source ist der richtige Weg – aber er muss professionell umgesetzt werden. Dazu gehören für mich realistische Zeitpläne statt politischem Zeitdruck, eine enge Einbindung der Beschäftigten, funktionierende Fachverfahren von Anfang an und ein echtes Change-Management, das die Menschen mitnimmt.
Nur wenn das gelingt, wird Open Source in der Verwaltung am Ende auch ein Erfolg – für die Beschäftigten und für die Bürger*innen.
