Katrin Altpeter
SPD
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Frage von Senax Xham an Katrin Altpeter bezüglich Inneres und Justiz

# Inneres und Justiz 04. Mai. 2010 - 19:23

Guten Tag Frau Altpeter,

stimmt die Aussage das Sie, und die Führungsriege der BW SPD, zur vermeidung von zukünftigen Amokläufen ein komplettes Verbot von Schusswaffen in Bürgerhand befürworten?

Sind sie der Meinung das jeglich Schusswaffen in der Hand von Sportschützen verboten werden sollen?

Glauben Sie ernsthaft dadurch die Sicherheit zu erhöhen und sind Sie der Meinung dadurch gerechtfertigt die Rechte tausender Sportschützen mit den Füsssen zu treten ?

Kennen Sie den Begriff "Zuverlässigkeit" im Zusammenhang mit Sportschützen?

vielen Dank für Ihre Antwort !

Von: Senax Xham

Antwort von Katrin Altpeter (SPD)

Sehr geehrter Herr Kunz,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich gerne beantworte.

zu Frage 1:
Diese Aussage stimmt nicht. Wir, die SPD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg und ich, sprechen uns, ebenso wie der Verband deutscher Kriminalbeamter, für ein Verbot von großkalibrigen Faustfeuerwaffen in Privatbesitz aus. Dies ist alles andere als ein komplettes Schusswaffenverbot, da großkalibrige Faustfeuerwaffen nur einen Teil der Schusswaffen ausmachen und Langwaffen, wie sie in der Jagd verwendet werden, davon nicht betroffen sind.

zu Frage 2:
Nein, das bin ich nicht. Ein Verbot von großkalibrigen Faustfeuerwaffen in Privatbesitz hindert niemanden daran, den Schießsport auszuüben. Gerade die olympischen Schießdisziplinen werden von einem solchen Verbot nicht tangiert.

zu Frage 3:
Absolute Sicherheit kann nie gewährleistet werden, aber dennoch bin ich davon überzeugt, dass ein leichter Zugang zu Waffen auch deren ungesetzliche Nutzung fördern kann. Gerade bei Kurzschlusstaten wie Amokläufen spielt die schnelle und leichte Verfügbarkeit einer Waffe eine zentrale Rolle. Entgegen der häufigen Argumentation, dass hauptsächlich illegale Schusswaffen für Straftaten verwendet werden, trifft dies bei jugendlichen Amokläufern nicht zu. Es sollte hier sehr genau abgewogen werden zwischen Einschränkungen bei den Schützen und dem Gemeinwohl. Für mich persönlich ist ein Menschenleben das höchste Gut. Und wenn durch ein Verbot von großkalibrigen Faustfeuerwaffen in Privatbesitz auch nur ein Kind, ein Menschenleben, gerettet wird, hat sich der Einsatz für mich gelohnt und dazu stehe ich.

zu Frage 4:
Den größten Teil der Sportschützen schätze ich als verantwortungsbewußt und zuverlässig ein. Leider gibt es in deren Reihen auch schwarze Schafe. Und genau diese schwarzen Schafe könnten eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen. In diesem Zusammenhang gibt es nämlich bedenkliche Zahlen. Als im Oktober 2009 Kontrollen bei Waffenbesitzern in Baden-Württemberg durchgeführt wurden, zeigte sich ein erschreckendes Bild: Bei 1073 Kontrollen gab es 576 Beanstandungen. Bei einer großen Zahl dieser Beanstandungen ergab sich, dass noch nicht einmal ein "Waffenschrank vorhanden" war oder er entsprach nicht den gesetzlichen Vorgaben. Diese Zahl zeigt doch ganz deutlich, dass wir uns leider nicht immer auf das Verantwortungsgefühl und die Eigenverantwortung aller Waffenbesitzer verlassen können.
Daher ist es für uns unabdingbar, dass gesetzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen
Katrin Altpeter