Frage an Jürgen Osterlänger von Znephf Rfpuobea bezüglich Agrarpolitik

29. Mai 2009 - 07:20

Sehr geehrter Herr Osterlänger,

wie sieht die Position der ödp zum Thema Milchpreisverfall aus?

Die ödp spricht sich gegen genmanipulierte Lebensmittel aus. Wie steht die ödp zur Anpflanzung von genmanipulierten Pflanzen zur Energie-/Stärkegewinnung? Ist dieser neue Weg der Gentechnikindustrie nicht mit den selben Gefahren verbunden?

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Eschborn

Frage von Znephf Rfpuobea
Antwort von Jürgen Osterlänger
31. Mai 2009 - 15:31
Zeit bis zur Antwort: 2 Tage 8 Stunden

Sehr geehrter Herr Eschborn,

ich finde das Höfesterben sowie den Milchpreisverfall sehr dramatisch und unterstütze hier viele Positionen des Bundes Deutscher Michviehhalter. Eine wesentliche preisstabilisierende Maßnahme ist die Reduzierung der Milchquote. Die geplante Aufhebung der Quote im Jahr 2015 muss dringend fallengelassen werden. Die ÖDP ist übrigens Fördermitglied beim BDM und ich habe im letzten Jahr mit der scharz-rot-goldenen Michkuh für gerechte Preise für landwirtschaftliche Produkte geworben.

Zum Thema grüne Gentechnik habe ich als Kreistagsmitglied kürzlich folgenden Antrag gestellt:
Der Kreistag möge beschließen, dass der Landkreis alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zur Verhinderung des Freilandanbaus von gentechnisch veränderten Organismen (GVO), sowohl als Nahrungsmittel, Energiepflanzen, als auch zu Forschungszwecken nutzt.

Und weiter aus der Begründung:
Die so genannte „grüne Gentechnik“ ist für Mensch und Natur ein hochriskantes Verfahren. Gentechnisch veränderte Organismen haben die Eigenschaft, sich zu vermehren und genetische Informationen mit anderen Pflanzen auszutauschen. Es handelt sich um eine nicht rückholbare Technologie, die ein Gentechnikfreies Wirtschaften auf Dauer unmöglich machen wird.

Sie haben Recht: Es geht nicht nur um mögliche gesundheitliche Risiken, die mit dem Genuß von gentechnisch manipulierten Lebensmitteln entstehen. Es geht um eine grundsätzliche Gefahr eines nicht rückholbaren Eingriffes in die Natur, unabhängig vom Endprodukt. Wenn die Büchse der Pandora einmal geöffnet ist, lassen sich die vielfach schon festgestellten katastrophalen Wirkung nicht mehr korrigieren. Der Zellkern darf genauso wenig manipuliert werden wie der Atomkern gespalten. Dies ist eine meiner Grundüberzeugungen. Auch daher bin ich in der ÖDP.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Osterlänger