Wie stehen Sie und ihre Partei zur Zollpolitik? Welches Konzept erachten Sie als am sinnvollsten - den Freihandel, den Protektionismus oder etwas dazwischen?
Wir sind eine Schülerinnengruppe, die im Rahmen eines econo=me Projektes eine Frage zur Zollpolitik analysiert. Dazu versuchen wir, verschiedene Meinungen von Politiker*innen zu erfragen.
Hallo,
vielen Dank für Eure Frage und viel Erfolg für Euer econo=me-Projekt!
Grundsätzlich stehen wir Grünen für offene Märkte und fairen Handel, also eher für Freihandel – allerdings nicht um jeden Preis. Wir halten ein Konzept „dazwischen“ für am sinnvollsten: Handel soll möglich sein, aber an klare Regeln gebunden sein.
Aus unserer Sicht sind dabei drei Punkte besonders wichtig:
- Fairer Wettbewerb
Freihandel funktioniert nur dann gut, wenn Unternehmen nicht durch Dumping bei Löhnen, Steuern oder Umweltauflagen Vorteile bekommen. Deshalb braucht es Handelsregeln, die soziale und ökologische Mindeststandards stärken. - Klimaschutz und Nachhaltigkeit
Handelspolitik muss mit Klimazielen zusammenpassen. Wo Produkte besonders klimaschädlich hergestellt werden oder CO₂-Kosten nicht eingepreist sind, kann es sinnvoll sein, Ausgleichsmechanismen einzuführen (z. B. bei sehr CO₂-intensiven Importen). - Resilienz und strategische Unabhängigkeit
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir bei kritischen Gütern (z. B. Medikamenten, Energie, bestimmten Rohstoffen oder Schlüsseltechnologien) nicht zu abhängig von einzelnen Ländern oder Lieferketten sein sollten. Deshalb kann es sinnvoll sein, bestimmte Bereiche gezielt zu stärken – ohne gleich in allgemeinen Protektionismus zu verfallen.
Kurz gesagt:
Wir sind eher für Freihandel, aber mit klaren Regeln, damit er fair, klimaverträglich und krisenfest ist – und nicht zu Lasten von Menschenrechten, Umwelt oder regionaler Wertschöpfung geht.
Mit freundlichen Grüßen
Team Hamburg

