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Johannes Schraps
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Frage von Margarete P. •

Halten Sie es für generationengerecht, wenn Rentner zur Rente monatlich 2000 € steuerfrei verdienen können (Aktivrente), wenn gleichzeitig Arbeitslose wenig Chancen haben, einen Job zu finden?

Lt. Andrea Nahles (Chefin der Arbeitsagentur - Schwäbische Zeitung vom 27.12.25) haben die Chancen für Arbeitslose, einen Job zu finden, ein Rekordtief erreicht. Auch für Jobeinsteiger seien die Aussichten derzeit schlecht. Zudem haben unsere Volksvertreter einer Rekordverschuldung ("Sondervermögen") zugestimmt, die besonders die junge Generation zukünftig belasten wird.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau P.,

die Frage der Generationengerechtigkeit nehmen wir sehr ernst. Für die SPD bedeutet sie, die Interessen von Jung und Alt nicht gegeneinander auszuspielen, sondern ausgewogene und faire Lösungen zu entwickeln, von denen unsere Gesellschaft insgesamt profitiert.

Die Aktivrente ist dabei kein Privileg für Rentnerinnen und Rentner, sondern ein freiwilliges Angebot für diejenigen, die auch nach dem regulären Renteneintritt weiterarbeiten möchten und können. Sie erkennt die Lebensleistung älterer Menschen an und schafft gezielte Anreize, erfahrene Fachkräfte dort zu halten, wo sie dringend benötigt werden, insbesondere in Bereichen mit ausgeprägtem Arbeits und Fachkräftemangel.

Gleichzeitig ist für uns klar, dass die Aktivrente nicht zulasten von Arbeitslosen oder Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern gehen darf. Sie ist deshalb kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu einer aktiven und solidarischen Arbeitsmarktpolitik, die gezielt auf Qualifizierung, Vermittlung und bessere Einstiegschancen setzt.

Auch die Frage der Staatsverschuldung betrachten wir differenziert. Die beschlossenen Sondervermögen dienen dazu, notwendige Zukunftsinvestitionen zu ermöglichen, etwa in eine moderne Infrastruktur, in Bildung, in den Klimaschutz und in eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung. Diese Investitionen kommen insbesondere der jungen Generation zugute, weil sie die Grundlage für gute Arbeitsplätze, wirtschaftliche Stabilität und sozialen Zusammenhalt in der Zukunft schaffen. Auf solche Investitionen zu verzichten, würde kommende Generationen stärker belasten als verantwortungsvolle Investitionen heute.

Unser Ansatz ist daher klar sozialdemokratisch. Älteren Menschen wird freiwillige Weiterarbeit erleichtert, Arbeitslose werden durch gezielte Förderung und Qualifizierung unterstützt und jungen Menschen eröffnen wir durch Investitionen in Wachstum und gute Arbeit verlässliche Zukunftsaussichten. Generationengerechtigkeit heißt für uns, heute Verantwortung zu übernehmen, damit morgen alle faire Chancen haben.

Mit freundlichen Grüßen 

Johannes Schraps 

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