Guten Morgen, können Sie wirklich Herrn Merz beistimmen, dass die Rente nur noch eine Basissicherung sein soll/kann? Die Ungerechtigkeit zwischen Pension und Rente wäre unbegreiflich! Oder?
Sehr geehrte Frau J.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Zunächst ist mir wichtig, eines klarzustellen: Die gesetzliche Rente ist und bleibt eine tragende Säule unserer sozialen Sicherung. Sie darf nicht auf eine reine „Basissicherung“ reduziert werden, sondern muss den Anspruch erfüllen, die Lebensleistung der Menschen angemessen abzubilden. Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge geleistet hat, muss sich auch im Alter auf eine verlässliche und spürbare Absicherung verlassen können.
Gleichzeitig stehen wir vor erheblichen demografischen Herausforderungen. Immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Rentenempfänger. Deshalb wird es ohne Reformen nicht gehen. Ziel muss aber ein ausgewogenes System sein: stabile Renten, generationengerecht finanziert und ergänzt durch betriebliche sowie private Vorsorge.
Zur oft angesprochenen Differenz zwischen Rente und Pension: Hier handelt es sich um zwei unterschiedliche Systeme mit verschiedenen Grundlagen. Die gesetzliche Rente basiert auf Beitragszahlungen über das Erwerbsleben hinweg. Die Beamtenversorgung hingegen ist Teil des Alimentationsprinzips und berücksichtigt unter anderem besondere Treuepflichten sowie Einschränkungen im Berufsleben.
Trotz dieser Unterschiede nehme ich die Wahrnehmung vieler Bürger sehr ernst, dass hier eine Ungleichbehandlung empfunden wird. Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind entscheidend für die Akzeptanz unseres Systems. Deshalb müssen wir diese Diskussion offen führen und bestehende Strukturen regelmäßig überprüfen.
Abschließend noch der Hinweis: Die Ausgestaltung der Rentenpolitik liegt in der Zuständigkeit des Bundes. Als Landtagsabgeordneter habe ich hier keinen direkten Einfluss, bringe solche Anliegen aber selbstverständlich in den politischen Austausch ein.
Mit freundlichen Grüßen
Jochen Kohler, MdL

