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Joachim Herrmann
CSU

Frage an Joachim Herrmann von Zvpunry Jnygraoretre bezüglich Gesundheit

13. Oktober 2020 - 11:24

Sehr geehrter Herr Herrmann,
Sie proklamieren, dass sich durch die Verwendung von Mund-Nasen-Bedeckungen die Ausbreitung der Krankheit Covid-19 (ausgelöst durch SARS-CoV2) eindämmen lässt.
Könnten Sie mir hierzu bitte eine empirisch validierte Studie nennen, welche dies bestätigt.
Vielen Dank im Voraus!

Frage von Zvpunry Jnygraoretre
Antwort von Joachim Herrmann
29. Oktober 2020 - 17:12
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 2 Tage

Sehr geehrter Herr Waltenberger,

vielen Dank für Ihre Frage vom 13. Oktober 2020, in der Sie sich zur Corona-Pandemie und insbesondere zu den Mund-Nase-Bedeckungen (sog. Community-Masken) äußern.

Die sogenannte Maskenpflicht für bestimmte Örtlichkeiten ist Teil der Eindämmungsstrategie der Bayerischen Staatsregierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Denn diese Maßnahme trägt dazu bei, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus in der Bevölkerung verlangsamt wird, da seine Übertragung durch Tröpfchen oder Aerosol-Partikel signifikant verringert wird. Dabei appelliere ich nicht nur immer wieder an die Bürgerinnen und Bürger, die gebotenen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, sondern nehme diese auch selber überaus ernst. Auf Basis des aktuellen Wissensstandes ist das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen bei richtiger Anwendung unbedenklich.

Die Mund-Nase-Bedeckungen tragen dazu bei, andere Menschen vor feinen Tröpfchen und Partikeln zu schützen, die zum Beispiel beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßen werden. Ein Eigenschutz für die Trägerin oder den Träger ist bisher wissenschaftlich zwar nicht belegt, daher kann die Mund-Nase-Bedeckung andere Infektionsschutzmaßnahmen wie Abstandhalten und Hygiene nicht ersetzen, allerdings kann sie diese eigentlich einfachen Maßnahmen sinnvoll ergänzen. Wenn möglichst viele Menschen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen, schützen sie sich somit gegenseitig. Ebenso verhält es sich mit medizinischen Gesichtsmasken. Partikel-filtrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP-Masken) haben dagegen den Zweck, die Trägerin oder den Träger vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen zu schützen. Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft und bieten daher neben dem Eigenschutz auch einen Fremdschutz.

Da Sie konkret nach Studien gefragt haben, möchte ich auf zwei Studien hinweisen: Eine aktuelle Studie aus Kanada (https://www.nber.org/system/files/working_papers/w27891/w27891.pdf) kommt zu dem Ergebnis, dass die landesweite Einführung der Maskenpflicht Anfang Juli 2020 die wöchentliche Zahl der neuen Fälle in Kanada bis Mitte August um 25 bis 40 Prozent verringert haben könnte, was einer Verringerung der Fälle pro Woche um 700 bis 1.100 entspricht. Eine weitere Studie mit einem ähnlichen Ansatz gibt es für Deutschland unter anderem anhand des Beispiels der Stadt Jena (https://voxeu.org/article/unmasked-effect-face-masks-spread-covid-19), die zu einem Ergebnis von bis zu 40 Prozent weniger Fällen durch die Einführung der Maskenpflicht geführt hat.

Unser klares Ziel ist und bleibt: Wieder mehr Freiheit und Normalität – so schnell wie möglich, aber auch so sicher wie nötig! Solange es keinen geeigneten Impfstoff gibt, müssen wir mit dem Virus leben und zu einer neuen Normalität im täglichen Leben und unserem Sozialverhalten finden. Für mich ist aber auch klar, vor allem angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens mit massiven Steigerungen der Infektionszahlen nicht nur in Bayern, sondern auch in vielen anderen Teilen Deutschlands sowie auch in vielen europäischen Nachbarstaaten: Es liegt ganz einfach an uns und unserem eigenen Verhalten, wie sich das Infektionsgeschehen weiterentwickelt, ob wir es insgesamt wieder unter Kontrolle bekommen oder ob sich das Virus weiter flächendeckend und wieder exponentiell ausbreitet. Dazu gehört auch das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und das Einhalten des Mindestabstandes, was für mich zugleich auch solidarisches Verhalten gegenüber denjenigen ist, die es weiterhin vor diesem hochansteckenden und lebensbedrohenden Virus zu schützen gilt!

Ich wünsche Ihnen für die gegenwärtig noch immer nicht einfache Zeit Gesundheit und alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Herrmann, MdL