Lieber Herr Nolte. Ich weiß, Sie sitzen sich auch für Tierschutz und Artenschutz ein. Heute ist der Welttag des Artenschutzes. Wie würden Sie zum Beispiel die Situation von Tierheimen verbessern?
Ich beziehe mich auf die Anzeigen der AfD für den Tag des Artenschutzes. Vielen herzlichen Dank. Jürgen M.
Sehr geehrter Herr M.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Ich erkenne in der Arbeit der Tierheime einen unverzichtbaren Beitrag zum praktischen Tierschutz an. Seit der Corona-Pandemie hat sich die Situation auch dort deutlich verschärft. Viele Einrichtungen berichten seither von sinkenden Einnahmen, steigenden Kosten und mehr abgegebenen Tieren. Dadurch geraten zahlreiche Tierheime finanziell und personell unter erheblichen Druck. Viele Kommunen stehen zudem selbst unter erheblichem finanziellem Druck und können Tierschutzeinrichtungen deshalb häufig nicht in dem Umfang unterstützen, wie es für eine langfristig stabile Finanzierung erforderlich wäre. Hinzu kommt, dass Tiere, die aus illegalem Handel stammen, oft krank sind oder später wegen Verhaltensauffälligkeiten abgegeben werden und so die angespannte Situation weiter verschärfen.
Auch wenn die Zuständigkeit für Tierheime überwiegend bei den Ländern und Kommunen liegt, sollte der Bund dort handeln, wo bundesweit einheitliche Regeln notwendig sind. Dazu gehören meiner Ansicht nach nachvollziehbare Herkunfts- und Handelsnachweise. Nur wenn Herkunft und Besitz eindeutig rückverfolgbar sind, lässt sich unseriöser Handel, etwa der illegale Welpenhandel aus Osteuropa oder andere Formen illegaler Tierimporte, wirksamer bekämpfen und Tierheime ein Stück weit entlasten. Entscheidend wäre daher auch ein konsequenter Vollzug mit stärkeren Kontrollen und einer konsequenten Ahndung von Verstößen, deren Vollzug wiederum bei den Ländern und den zuständigen Vollzugsbehörden liegt.
Mit freundlichen Grüßen
Jan Nolte

