DIE LINKE

Frage an Heike Sudmann von Yvaqr Wöepx bezüglich Verkehr und Infrastruktur

06. April 2018 - 11:32

Sehr geehrte Frau Sudmann!

In ihrer Ausgabe vom 5. April 2018 berichtet die TAZ Nord, dass der ökologische Verkehrsclub VCD Nord gegen die geplante Schließung des Fernbahnhofs Altona Klage beim Oberverwaltungsgericht Hamburg eingereicht hat.

https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5494964&s=Verkehrsclub&SuchRahmen=Prin…

Eine Aufgabe des Fernbahnhofs Altona habe mehr Nach- als Vorteile und bedrohe über kurz oder lang auch den Dammtorbahnhof in seiner Funktion als Fernbahnhof. Es bestehe die Gefahr, dass nach dem Neubau des Fernbahnhofs Diebsteich der Dammtorbahnhof in Zukunft von den Fernzügen „nach und nach ohne Halt durchfahren wird“.

Wie beurteilen Sie diese Befürchtung? Stimmen Sie zu, dass ein Verzicht auf Dammtor als Fernbahnhof erhebliche negative Auswirkungen haben würde?

Danke im Voraus für Ihre Antwort und

mit freundlichen Grüßen

Yvaqr Wöepx

Frage von Yvaqr Wöepx
Antwort von Heike Sudmann
18. April 2018 - 12:36
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 5 Tage

Sehr geehrte Frau Wöepx,

vielen Dank für Ihre Fragen. Ihre Befürchtungen in Bezug auf den Fernbahnhof Dammtor kann ich teilen.

DIE LINKE kritisiert bereits seit langem die geplante Aufgabe des Fern-/Regionalbahnhofs Altona. Eine mögliche Folge dieser Aufgabe ist die Überlastung der Verbindungsbahn Altona-Hauptbahnhof. Bisher endet ein Teil der Regionalzüge aus Schleswig-Holstein in Altona. Im Umfeld des Bahnhofs befinden sich zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen und Arbeitsstätten. Diese ziehen auch Besucher_innen aus Schleswig-Holstein an. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, dass einige Regionalzüge in Altona enden.

Mit der Schließung des Fern-/Regionalbahnhofs Altona wird Schleswig-Holstein versuchen, weitere Regionalzüge in den Hauptbahnhof fahren zu lassen, da diese ansonsten gewissermaßen “im Nichts“ am Bahnhof Diebsteich enden müssten. Dies wird wahrscheinlich zu Lasten der Fernzughalte am Dammtorbahnhof gehen, da ein Fernzug eine längere Haltezeit benötigt, die Strecke also erst später wieder freigibt.

Reisende aus Stadtteilen westlich der Alster und vor allem entlang der U1 müssen also, sofern Diebsteich nicht in Ausnahmefällen schneller zu erreichen ist, künftig am eh schon überlasteten Hauptbahnhof umsteigen. Dort ist der Bahnsteig an den Gleisen 13/14 schon heute oft so brechend voll, dass es kaum vorstellbar ist, noch mehr Verkehr hierher zu verlagern.

Ich hoffe ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben und freue mich ggf. über Rückfragen.

Mit freundlichen Grüßen
Heike Sudmann