Hakan Demir
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Frage von Nina B. •

Fachkräftemangel: Warum wandern unsere Gesellen ab? Bzw junge Leute machen keine Handwerksausbildung?

Sehr geehrter Herr Demir,

ein deutscher Anlagemechaniker für SHK ist eine hochbegehrte Fachkraft, doch viele verlassen Deutschland, da die Relation zwischen Brutto-Lohn und der tatsächlichen Belastung (Miete, Steuern, Abgaben) nicht mehr stimmt. Währenddessen können sich viele Haushalte einfache Handwerkerleistungen kaum noch leisten.

Ich habe dazu folgende Fragen:

Wie rechtfertigt Ihre Partei die hohe steuerliche Belastung von Facharbeiterlöhnen, die dazu führt, dass junge Menschen ihr Glück lieber im Ausland suchen, anstatt hier das System zu stützen?

Befürworten Sie die Einführung von modularen Kurzausbildungen (z. B. einfache Klempnertätigkeiten), um den Mangel zu lindern und die Kosten für die Bürger zu senken, während Gesellen als Spezialisten besser bezahlt werden? Wenn ja was tun sie dafür, dass die Handwerkskammern das zulassen?

Was tun Sie damit die CDU einsieht dass auch nicht-Akademiker eine Familie gründen wollen?

Mit freundlichem Gruß,
Nina B.

Hakan Demir
Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau B.,

danke für Ihre Frage.

Als SPD ist uns bewusst, dass die Belastung durch hohe Mieten und Abgaben gerade für junge Fachkräfte eine enorme Herausforderung darstellt. Hier gilt: Mietenregulierung, Bau von bezahlbaren Wohnungen, Abgabenreduzierung von kleinen und mittleren Einkommen, höhere Besteuerung sehr hoher Einkünfte. Alle Menschen, unabhängig vom Bildungsweg, haben ein Recht auf eine sichere Lebensplanung und verlässliche soziale Infrastruktur. 

Einer Einführung von modularen Kurzausbildungen stehen wir skeptisch gegenüber. Wir halten am bewährten Modell der dualen Ausbildung fest, da sie die Grundlage für Qualität und ein sicheres Einkommen ist. Eine Öffnung für Ungelernte würde den Lohndruck auf Ausgebildete erhöhen und die Attraktivität des Handwerks langfristig schwächen. Stattdessen investieren wir massiv in die Attraktivität der Ausbildung. Wir haben die Mindestausbildungsvergütung auf 724 Euro erhöht (die sich mit Dauer der Ausbildung erhöht) und schaffen mit dem Programm „Junges Wohnen“ ab 2027 jährlich eine Milliarde Euro für bezahlbare Azubi-Unterkünfte.

Mit freundlichen Grüßen

Hakan Demir 

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