Gustav Herzog
SPD
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Frage von puevfgvna qnuyhz an Gustav Herzog bezüglich Arbeit

# Arbeit 17. März. 2009 - 12:18

Sehr geehrte Herr Herzog ,

wann wird es mal endlich wieder so sein , das sich brutto und Netto näher kommen?
Ich verfolge es seit Jahren an meinem eigenen Gehalt und ich frage mich wie ich noch vertrauen in die Arbeitsmarkt Politik der Bundesrepoblik haben soll.Ich bekomme immer weniger netto ALLE belastungen steigen,zusätzlich MUSS man sich zusätzlich versichern.Die Frage ist nur wie soll man das alles bezahlen? Und in meinen Augen bezahle ich nur die Leute die soweiso schon viel mehr Geld.Wann macht endlich mal einer was gegen die immer grösser werdene Kluft zwischen Arm und reich?
Selbst Nebenjobs lohnen sich nicht , weil man unterm strich nichts bekommt.Also steigt zwangsmässsig die Schwarzarbeit.
Das schlimmste aber finde ich sind die Lügen der einzelnen Parteien zum Wahlkampf.Warum wird kein Gesetz entworfen, wo die Parteien sich an die Versprechungen zu halten haben und daran auch während der Regierungsphase dran gemessen werden.Und schaffen sie es nicht müssen neue Wahlen her.Den ganzen Mist der Oben fabriziert wird muss ich bezahlen ob ich will oder nicht.Wenn ich als Handwerker Mist baue bekomme ich gar kein Geld.

Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung (bin jetzt 29) habe ich keine Lust überhaut zum Wählen zu gehen.Ich gehe nur hin um min 5 Kreuze zu machen , und eine Stimme damit ungültig ist.So kann sie überhaupt keine Partei benutzen.

Vieleicht merkt endlich mal eine Partei das wir "kleinen" Leute , all die handwerker,Bäcker,Maler etc diejenigen sind , die diesen Staat am laufen halten.Und nimmt man uns immer mehr Geld , kommt immer weniger oben an.Den leisten kann ich mir heutzutage nix.Oder haben sie schon mal versucht mit 1300,- eine dreiköpfige Famillie zu ernähren wo alleine 1100 an Miete,Strom,telefon und versicherungen ?

Mit freundlichem Gruss

Chrisitan

Von: puevfgvna qnuyhz

Antwort von Gustav Herzog (SPD) 07. Apr. 2009 - 10:39
Dauer bis zur Antwort: 2 Wochen 6 Tage

Sehr geehrter Herr Dahlum,

in Ihrem Beitrag auf Abgeordnetenwatch gehen Sie sehr kritisch auf das Steuern- und Abgabensystem in der Bundesrepublik ein. Auch, wenn ich in Ihrem Beitrag eher allgemeine Kritik als konkrete Fragen erkennen kann, möchte ich gerne auf die von Ihnen skizzierten Themen eingehen.

Die Differenz von Brutto und Netto bei Löhnen und Gehältern besteht sowohl aus Steuern, als auch aus Abgaben an die Sozialsysteme. Zum Thema Steuern ein paar Fakten, die in der öffentlichen Wahrnehmung immer wieder gerne übersehen werden:

- Seit 1998 (Beginn der Regierung Schröder) ist der Eingangssteuersatz von 25,9% in Etappen auf aktuell 2009 14% gesunken!
- Die Rot/Grüne Regierung hat in ihrer Amtszeit über 70 s. g. Steuerlücken geschlossen!
- 10% der Steuerpflichtigen mit hohem Einkommen tragen 54% der Lohn- und Einkommensteuern- die starken Schultern tragen also ganz deutlich mehr als die schwachen!
- Aufgrund der von uns angehobenen Grundfreibeträge (7834 Euro für Alleinstehende und 15668 Euro für Verheiratete) und der ebenfalls erhöhten Freibeträge für Kinder sind heute etwa 50% aller Privathaushalte frei von Lohn- und Einkommensteuerzahlungen!

Mit den Steuern, die wir einnehmen, finanzieren wir alle staatlichen Aufgaben- von der Bundeswehr über Hartz IV, von Autobahnen und Bundesstraßen über die Lebensmittelkontrolleure, von der Polizei über das Kindergartenpersonal bis zu den Lehrerinnen und Lehren. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Zum Thema Sozialabgaben ebenfalls ein paar Anmerkungen:

- Deutschland hat ein Gesundheitssystem auf höchstem Weltniveau. Der medizinische Standard für Gesetzlich Versicherte in Deutschland ist in vielen mit uns vergleichbaren Ländern nur den privat Versicherten zugänglich, oder mit sehr hohen Zuzahlungen verbunden. Zudem haben wir die Familienversicherung für nicht arbeitende Ehepartner und Kinder.
- In der Rentenversicherung haben wir die Beitragszahler durch einen dauerhaften Staatszuschuss entlastet- ohne z. B. die Ökosteuer hätten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen spürbar höheren Rentenversicherungsbeitrag zu leisten!
- Wir haben den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung rückwirkend zum 1. Januar 2009 auf nur 2,8% abgesenkt- das bedeutet mehr Netto für alle!

Zudem haben wir viel für das klein- und mittelständische Handwerk getan- eines von vielen Stichworten ist das Meister- BaföG. Aber herausheben möchte ich in dem Bereich vor allem die Anhebung des Steuerbonus für Privathaushalte, die handwerkliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Dies dient nicht nur der Verbesserung der Auftragslage bei den Betrieben und der Entlastung der Auftraggeber, sondern auch der Bekämpfung der Schwarzarbeit. Im Detail: Der seit 2006 geltende Steuerbonus von bis zu 600 Euro (= 20 Prozent von 3.000 Euro) pro Jahr wurde für Leistungen, die nach dem 31. Dezember 2008 erbracht werden, auf 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens 1.200 Euro verdoppelt. Damit sind bis zu 6.000 Euro Arbeitskosten (einschließlich Umsatzsteuer) begünstigt.

Mit freundlichen Grüßen

Gustav Herzog, MdB