Portrait von Günter Slave
Günter Slave
MLPD
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Günter Slave zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.
Frage von Hubert B. •

Frage an Günter Slave von Hubert B. bezüglich Arbeit und Beschäftigung

Hallo Herr Slave,

zuletzt lese ich von immer besserer Arbeitsmarktsituation in Sachsen insgesamt und gerade in Dresden. Im August 2017 nur noch 6,5% Arbeitslosigkeit! Tiefenrekord seit der Wende.

Sind diese Erfolge Ergebnis der höheren Arbeitszeit im Osten?

Portrait von Günter Slave
Antwort von
MLPD

Sehr geehrter Herr B.,

die Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Sachsen geht vor allem auf die starke Zunahme von Leih- und Teilzeitarbeit zurück. In Sachsen gibt es inzwischen mehr als 50 000 Zeit-und Leiharbeiter und 446 131 Kolleginnen und Kollegen die in Teilzeit arbeiten. Damit wurde das allgemeine Lohnniveau gedrückt und viele müssen noch zusätzlich "aufstocken" mit Hartz IV. Das durchschnittliche Arbeitsvolumen in Sachsen ist 2016 nur um 0,9% gewachsen. Von einem Aufschwung kann also keine Rede sein. In der selben Zeit ist das durchschnittliche Arbeitsvolumen je Erwerbstätigen sogar um 0,3% auf 1418 Stunden gesunken weil immer mehr Leute keine Vollzeitbeschäftigung finden. Von einem von der Regierung bejubelten Jobwunder kann man wirklich nicht sprechen! Das die Sachsen mehr als 25 Jahre nach der Wende immer noch duchschnittlich 54 Stunden mehr als im gesamtdeutschen Durchschnitt arbeiten müssen bringt den Unternehmern hier einen Extraprofit auf dem Rücken der Kollegen aber keine neuen Arbeitsplätze. Arbeitsplätze kann man nur auf Kosten der Profite erkämpfen. Ich bin für Einführung der 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich in ganz Deutschland und die sofortige Angleichung der Lohn und Arbeitsbedingungen in Ost und West auf dem jeweils höchsten Niveau.

Mit freundlichen Grüßen!

Günter Slave