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Frage von Ina W. •

Wie unterstützen Sie die angemessene Vergütung psychotherapeutischer Leistungen?

Sehr geehrter Herr Gysie, ich bin Psychotherapeutin, meine Verantwortung umfasst Versorgung für behandlungsbedürftig psychisch erkrankte, oft suizidale, sich selbst verletzende und nach dem Aufenthalt in geschlossenen Psychiatrien ambulant zu therapierende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.Zum 01.04.2026 soll die Vergütung psychotherapeutischer Leistung um 4,5% gesenkt werden.Ich bitte Sie im Wahljahr 2026 um Klärung und Unterstützung in den berufspolitisch wichtigen Punkten:

*angemessene Vergütung psychotherapeutischer Leistungen gesetzlich angemessen regeln!

*gesetzliche Klarstellung einer fairen und rechtskonformen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen in der ambulanten Versorgung gesetzlich Krankenversicherter!

*Kosteneinsparungen zu Lasten der notwendigen psychotherapeutischen Versorgung und damit zu Lasten der Versorgung von psychisch erkrankten Menschen beschränken!

*Neuformulierung des §87 SGB V zur angemessenen Vergütung psycotherapeutischer Leistungen!

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrte Frau W.,

            Der Bedarf an Psychotherapie ist in den letzten Jahren in Deutschland gestiegen - verständlich vor dem Hintergrund diverser Krisen, Kriege, aber auch immer stärkerer Belastungen in der Arbeitswelt und im Bildungsweg. Die gesetzlichen Krankenkassen sparen nun auf dem Rücken von Menschen, die psychotherapeutische Hilfe benötigen. Laut OECD hat sich der Anteil an Menschen in Deutschland mit unbehandelten psychischen Problemen seit 2021 von vier auf zehn Prozent mehr als verdoppelt. 

            

            Die Absenkung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen um 4,5% ab April 2026 bedeutet eine kritische Verschlechterung der Versorgung der Patientinnen und Patienten. Dadurch können sich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gezwungen sehen, in Zukunft ihre freien Termine noch stärker an Privatversicherte oder Selbstzahlende zu geben. Diese Schritte hin zu mehr Zwei-Klassen-Medizin sind extrem negativ für Menschen, die es sich nicht leisten können, Therapiestunden mit eigenen Mitteln zu bezahlen. Bereits jetzt warten Menschen in Zeiten, in denen es ihnen psychisch schlecht geht, monatelang auf einen ambulanten Therapieplatz - sofern sie überhaupt einen finden.

            

            Allgemein muss überdacht werden, wie die ohnehin schwierige Versorgungssituation durch strukturelle Maßnahmen verbessert werden kann. Honorarabsenkungen sind hierbei definitiv ein Schritt in die verkehrte Richtung. 

            

            Die Linke fordert eine flächendeckende, bedarfsgerechte Versorgung mit Kassensitzen und eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeutinnen und -therapeuten sowie die Finanzierung der Weiterbildung. All das mit dem Ziel, das diejenigen die Termine bekommen, die sie am dringendsten benötigen, unabhängig von ihrem Versicherungsstatus.

Mit freundlichen Grüßen

Gregor Gysi

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