Portrait von Gereon Bollmann
Gereon Bollmann
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Wie stehen Sie zum Erhalt und dem Ausbau der Atomkraft in Deutschland, um die Energieversorgung sicher zu stellen?

Frage von Reiner H. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 2 Monate

Zum Erhalt und zum Ausbau der Kernenergie in Deutschland bedarf es zunächst einmal der Aufhebung des durch die vorangegangene Merkel Regierung vollzogenen Atomausstiegs. Einen Beschluss zum Wiedereinstieg in die Nutzung dieser CO2-neutralen Energie werde ich im Einklang mit meiner Partei unterstützen.

Es bedarf keiner besonderen Betonung, dass die Kernenergie aus zwei Gründen äußerst risikobehaftet ist: zum einen haben bisherige Reaktorunfälle belegt, dass die mit diesen  verbundene radioaktive Verstrahlung der näheren und weiteren Umgebung der Kernkraftwerke schwerwiegendste Probleme für Mensch, Natur und Umwelt nach sich ziehen kann. Zum anderen ist bisher auch das Problem der Endlagerung noch nicht hinreichend sicher gelöst.

Nach meiner Einschätzung war es allerdings falsch, den Reaktorunfall in Japan zum Anlass zu nehmen, wegen dieser Problematik hysterisch und völlig kopflos aus dieser Technik auszusteigen. Diese Entscheidung hat Deutschland im Vergleich zu denjenigen Ländern technologisch um Jahrzehnte zurückgeworfen, die weiter an der Nutzung der Kernenergie festhalten (wie selbst das durch die radioaktive Verstrahlung der Umgebung von Fukushima geschädigte Japan).

Was dies etwa für den Fachbereich Kerntechnik des Maschinenbaus an unseren Universitäten bedeutet, zeigt ein Blick auf die Technische Universität Dresden. Der dortige Forschungsreaktor, der wegen seiner äußerst kleinen Dimensionen keinerlei Gefahr für Mensch und Umwelt darstellt, ist die letzte kerntechnische Anlage in Deutschland, die über eine laufende Betriebsgenehmigung verfügt.

Nach meiner festen Überzeugung müssen der Wissenschaft sofort die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um hier wieder den Anschluss an den internationalen Standard zu ermöglichen. Nicht nur in China, sondern auch in der näheren Umgebung Deutschlands wie etwa in Polen oder in Frankreich wird nicht nur an der Kernenergie festgehalten, sondern soll diese deutlich ausgeweitet werden. Selbst auf der Grundlage der in Deutschland nahezu zum Erliegen gekommenen Forschung haben die Wissenschaftler erfolgversprechende Modelle ausgearbeitet, die dringend der Weiterentwicklung bedürfen, um einen risikoarmen und vor allem den Bedenken der Grünen Rechnung tragenden Wiedereintritt in die Nutzung der Kernkraft zumindest zu überdenken.

Die bisherigen Unfälle beruhten auf technischem (Kyschtym Unfall) und menschlichem Versagen (Harrisburg und Tschernobyl) sowie Naturgewalten (Fukushima). Neueste Entwicklungskonzepte belegen, dass die Konstruktion moderner Kernkraftwerke möglich erscheint, die nicht nur eine Verbrennung von mehr als 90 % des bisher entstandenen radioaktiven Abfalls vorsieht, sondern auch belastbare Sicherungsmechanismen, die eine Kernschmelze (Melt Down) konstruktiv inhärent verhindern. Derart moderne Kernkraftwerke liegen in ihren Sicherheitsanforderungen noch einmal deutlich über der bisherigen Technologie, sodass zu überlegen ist, ob ihre Anwendung dem Volk zugemutet werden kann.

Die Plutonium- und Abfallproblematik wird zum einen durch die vorstehend umrissene Technik gelöst werden können und auch der verbleibende Atommüll, der auf rund 10 % des bisherigen Volumens zurückgeführt wird, kann mit neuen Technologien unterirdisch sicher verwahrt werden. Die bisherige, insbesondere der politischen Kritik von links-grüner Seite unterliegende Endlagerlösung sieht eine Einbringung in Salzstöcken in 600-800 m Tiefe vor. Neue Lösungen gehen hier von einer Endlagertiefe von rund 8000 m (8 km!) aus. Eine hinreichend sichere Endlagerung von 10 % des bisherigen Atommülls auch über Jahrhunderte wäre mit einer solchen Technologie denkbar.

Die Aufgabe meiner Partei wird es sein, Mehrheiten für eine solche Politik zu gewinnen. Dies halte ich zunächst einmal als ersten Schritt zur Wiederbelebung der kerntechnischen Forschung auch für erfolgversprechend. Auch die Umsetzung in die energetische Praxis könnte dann später mit dem Hinweis darauf gelingen, dass selbst nach den Angaben des stets von den Grünen in Bezug genommenen Weltklimarates ein Erreichen der CO2-Ziele nur unter Beteiligung der Kernenergie möglich sein wird. Hier muss die Heuchelei insbesondere der Grünen immer wieder angeprangert werden, mit der insoweit der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie bejubelt, allerdings keinerlei Problem damit gesehen wird, dass die hierdurch eintretende Unterversorgung durch den Zukauf von Strom aus Kernkraftwerken sichergestellt wird, die sich zum Beispiel in Frankreich in unmittelbarer Nachbarschaft zur deutschen Grenze befinden.

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