Portrait von Franziska Hoppermann
Franziska Hoppermann
CDU
92 %
45 / 49 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Gotthilf K. •

Was genau meinen Sie, wenn Sie ein neues Verständnis von Gerechtigkeit einfordern und sich dabei für die Würdigung von Leistung und Schaffenskraft und gegen weitere Sozialleistungen aussprechen?

Sehr geehrte Frau Hoppermann,

Sie haben laut einer Meldung im WhatsApp-Aktuelles-Kanal der CDU Deutschlands vom 22.08.2026 um 12:46 Uhr in Ihrer Eigenschaft als CDU-Generalsekretärin auf dem Landesparteitag der CDU Thüringen die der Fragestellung zugrunde liegenden Aussagen gemacht.

Leider enthielt die Meldung keine weiteren Hinweise darauf, welches Verständnis von (sozialer) Gerechtigkeit Sie mit der Forderung nach einem neuen Verständnis kritisieren und welche Konsequenzen die Umsetzungsschritte dieses neuen Verständnisses im Einzelnen für die bestehenden sozialen Sicherungssysteme haben werden beziehungsweise Ihrer Meinung nach haben sollten und ob und inwieweit solche Konsequenzen mit christlichen Wertvorstellungen der betreffenden Religion und ihrer Konfessionen im Allgemeinen und mit denen der CDU im Besonderen sowie mit dem der Verwirklichung der Würde aller Menschen dienenden Sozialstaats- und Gleichheitsgebot des Grundgesetzes in Einklang zu bringen wären.

MfG

G. K.

Portrait von Franziska Hoppermann
Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Nachfrage zu meinen Äußerungen auf dem Landesparteitag der CDU Thüringen. Gerne möchte ich erläutern, was ich mit einem „neuen Verständnis von Gerechtigkeit“ meine.

Damit verbinde ich ausdrücklich keine Abkehr vom Sozialstaatsprinzip. Menschen, die unverschuldet in schwierige Lebenslagen geraten, müssen weiterhin verlässlich unterstützt werden. Das gehört für mich zum Kern christdemokratischer Politik.

Gleichzeitig bedeutet soziale Gerechtigkeit für mich auch, Leistung und Eigenverantwortung anzuerkennen. Wer arbeitet und Verantwortung übernimmt, muss davon spürbar profitieren. Arbeit muss sich lohnen.

Angesichts des demografischen Wandels und steigender Sozialausgaben müssen wir zudem ehrlich prüfen, welche Leistungen dauerhaft finanzierbar und zielgenau sind. Es geht dabei nicht um pauschale Kürzungen, sondern um einen Sozialstaat, der dort verlässlich hilft, wo Unterstützung notwendig ist, und zugleich Eigenverantwortung stärkt.

Solidarität und Eigenverantwortung, soziale Sicherheit und Leistungsgerechtigkeit gehören für mich zusammen. Darin sehe ich keinen Widerspruch zu unseren christlichen Werten oder zum Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes. Sie sind im Gegenteil sogar die Basis von katholischer Soziallehre und unserer sozialen Marktwirtschaft

Mit freundlichen Grüßen

Franziska Hoppermann MdB

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Franziska Hoppermann
Franziska Hoppermann
CDU

Weitere Fragen an Franziska Hoppermann