Ellen Demuth, MdL
Ellen Demuth
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Frage von Kerstin L. •

Wie stehen Sie zur Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung?

Liebe Frau Demuth,
das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln, ist realitätsfremd. Es schafft mehr Kosten. Haben Sie mal in der Pflege im Schichtdienst gearbeitet? Oder in einer Fabrik? Oder als Busfahrer:in? Oder als Chirug:in im OP? Wie ist Ihre Meinung bzw. Ihr Standpunkt dazu? Sind Sie dafür oder dagegen?

Herzliche Grüße, Kerstin L.

Ellen Demuth, MdL
Antwort von CDU

Sehr geehrte Frau L.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre kritischen Anmerkungen zu den Empfehlungen der Alterssicherungskommission.

Ich teile die Einschätzung, dass die unterschiedlichen Belastungen verschiedener Berufsgruppen bei der Frage des Renteneintritts berücksichtigt werden müssen. Eine pauschale Verlängerung der Lebensarbeitszeit würde der Lebensrealität von Menschen, die etwa in der Pflege, im Handwerk, in der Produktion oder im Schichtdienst arbeiten, nicht ausreichend gerecht.

Die Kommission schlägt deshalb für die Zeit nach 2031 zwar eine moderate Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung vor. Der Anstieg wäre nach den aktuellen Prognosen sehr begrenzt: Bis 2041 würde sich das Renteneintrittsalter demnach auf etwa 67,5 Jahre erhöhen.

Gleichzeitig sieht der Vorschlag eine neue „Schutzrente“ für rentennahe Menschen vor, die aufgrund gesundheitlicher Belastungen ihren langjährigen Beruf nicht mehr ausüben können. Bei mindestens 35 Versicherungsjahren soll unter bestimmten Voraussetzungen ein vorzeitiger Renteneintritt möglich werden.

Entscheidend ist für mich, dass eine nachhaltige Reform der Rente die demografische Entwicklung berücksichtigt, ohne diejenigen aus dem Blick zu verlieren, die aufgrund ihrer beruflichen oder gesundheitlichen Belastung nicht länger arbeiten können. Die Vorschläge der Alterssicherungskommission bieten dafür aus meiner Sicht eine wichtige Grundlage für die weitere Beratung.

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