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Dirk Willing
MLPD

Frage an Dirk Willing von Qnavry Züuyrafgrva bezüglich Wissenschaft, Forschung und Technologie

16. September 2017 - 18:33

Sehr geehrter Herr Willing,

ich bin seit einigen Jahren als angestellte Aushilfs- und Vertretungslehrkraft an Förderschulen beschäftigt. Die BRD ist gemessen am BIP eines der reichsten Länder dieser Welt und gibt dennoch vergleichsweise wenig davon für Bildung aus. Selbst die Militärausgaben sind mehr als doppelt so hoch. Lehrkräfte stehen unter einem enormen Druck, sie müssen immer mehr Schülerinnen und Schüler betreuen. Schulgebäude sind marode und zunehmend vom Verfall gezeichnet, die Ausstattung lässt an den meisten Schulen zu Wünschen übrig. Es gehört seit langem zum guten Ton, dass Lehrkräfte Unterrichtsmaterial aus eigener Tasche finanzieren. Hinzu kommt, dass jedes Bundesland mehr oder weniger sein eigenes Süppchen kocht in der Bildungspolitik.

Meine Fragen an Sie: Wie stehen Sie zu einer Abschaffung des Bildungsföderalismus? Sollten die Kompetenzen der Bildungspolitik an den Bund übertragen werden? Was halten Sie von der Forderung der Gewerkschaften, dass Beamte ein Streikrecht haben sollten oder sollten man den Beamtenstatus lieber ganz abschaffen? Und wie stehen Sie zur Frage der Inklusion? Bedeutet das für Sie auch, dass Förderschulen ausnahmslos abgeschafft werden sollten?

Mit freundlichen Grüßen

Qnavry Züuyrafgrva

Frage von Qnavry Züuyrafgrva
Antwort von Dirk Willing
17. September 2017 - 03:46
Zeit bis zur Antwort: 9 Stunden 12 Minuten

Hallo Herr Züuyrafgrva,

Sie haben völlig recht, dass in weiten Teilen unhaltbare Zustände an den Schulen die Regel geworden sind.
Die Lehrkräfte können gar nicht so viel Herzblut und Engagement aufbringen, wie die materiellen Zustände und sozialen Missstände neue Probleme schaffen.
Da ich der Auffassung bin, dass die Menschen selbst durch Kampf ihre Interessen wahrnehmen müssen, befürworte ich ein uneingeschränktes vollständiges gesetzliches Streikrecht.
Ich befürworte ein kostenloses und einheitliches Schulsystem vom Kindergarten bis zur Hochschule ohne soziale und politische Auslese wie im dreigliederigen System heute. Das schließt den heutigen Bildungsföderalismus aus.
Grundsätzlich halte ich Inklusion für einen guten Gedanken. Es stellt sich aber die Frage, ob die materiellen Voraussetzungen der Schulen, die personelle Besetzung und die Klassengrößen dem angemessen sind.
Insofern möchte ich besondere Förderschulen nicht generell ausschließen.
Soweit ich das beobachte, fordern im Wahlkampf auch CDU und SPD "mehr Ausgaben für Bildung". Es stellt sich allerdings die Frage, warum sie die als Regierungsparteien bisher nicht getätigt haben.

Die Lehrerinnen und Lehrer sollten meines Erachtens ihr Engagement auch stärker in die politischen Bewegungen einbringen, weil bestimmte gesellschaftliche Fehlentwicklungen nicht individuell aufgehoben werden können.

Mit freundlichen Grüßen

Dirk Willing

-----Original-Nachricht-----
Betreff: Eine Frage an Sie vom 16.09.2017 00:40:00 (#291524)
Datum: 2017-09-16T20:33:49+0200
Von: "antworten@abgeordnetenwatch.de"
An: "lenz.willing@t-online.de"

Sehr geehrte(r) Dirk Willing,

Daniel Mühlenstein aus Heiligenhaus hat als Besucher/in der Seite www.abgeordnetenwatch.de bzgl. Bildung und Forschung eine Frage an Sie.

Um diese Frage zu beantworten, schicken Sie diese Mail mit Ihrem eingefügten Antworttext an uns zurück (als wenn Sie eine normale E-Mail beantworten würden).
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Sehr geehrter Herr Willing,

ich bin seit einigen Jahren als angestellte Aushilfs- und Vertretungslehrkraft an Förderschulen beschäftigt. Die BRD ist gemessen am BIP eines der reichsten Länder dieser Welt und gibt dennoch vergleichsweise wenig davon für Bildung aus. Selbst die Militärausgaben sind mehr als doppelt so hoch. Lehrkräfte stehen unter einem enormen Druck, sie müssen immer mehr Schülerinnen und Schüler betreuen. Schulgebäude sind marode und zunehmend vom Verfall gezeichnet, die Ausstattung lässt an den meisten Schulen zu Wünschen übrig. Es gehört seit langem zum guten Ton, dass Lehrkräfte Unterrichtsmaterial aus eigener Tasche finanzieren. Hinzu kommt, dass jedes Bundesland mehr oder weniger sein eigenes Süppchen kocht in der Bildungspolitik.

Meine Fragen an Sie: Wie stehen Sie zu einer Abschaffung des Bildungsföderalismus? Sollten die Kompetenzen der Bildungspolitik an den Bund übertragen werden? Was halten Sie von der Forderung der Gewerkschaften, dass Beamte ein Streikrecht haben sollten oder sollten man den Beamtenstatus lieber ganz abschaffen? Und wie stehen Sie zur Frage der Inklusion? Bedeutet das für Sie auch, dass Förderschulen ausnahmslos abgeschafft werden sollten?

Mit freundlichen Grüßen

Qnavry Züuyrafgrva

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Um die Frage direkt einzusehen, können Sie auch diesem Link folgen:
https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/dirk-willing/question/2017-09-16/291524

Mit freundlichen Grüßen
www.abgeordnetenwatch.de
(i.A. von Daniel Mühlenstein)

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