Stimmen Sie der automatischen Anpassung des Rentenantrittalter im Bezug auf die Lebenserwarung zu?
Sehr geehrter Herr G.,
Sie haben mir die Frage gestellt, ob ich dem Vorschlag der Rentenkommission zustimme, das Rentenalter automatisch an die durchschnittliche Lebenserwartung zu koppeln. Und ja, ich halte das für einen richtigen und aufgrund der demographischen Entwicklung nachvollziehbaren Vorschlag. Zumal der Anstieg des Rentenalters sehr maßvoll erfolgen wird (6 Monate alle 10 Jahre).
Vorab nur eine Statisitik: Während in den 60er Jahren die Menschen in Deutschland ca. 10 Jahre Rente bezogen haben, erhalten die Menschen heute ca. 23 Jahre Rente. Das ist ein enormer Anstieg für ein umlagefinanziertes System, ohne dass die Politik in den letzten Jahrzehnten hier ausreichend Anpassungen vorgenommen hätte. Wenn aber die nachfolgenden Generationen auch noch eine sichere Rente beziehen wollen, dass müssen wir unsere gesetzliche Rente an die demographischen Fakten anpassen.
Konkret wird das Renteneintrittsalter nach dem Vorschlag der Rentenkommission ab 2030 jedes Jahrzehnt um 6 Monate angehoben. Die viel diskutierte Rente mit 70 Jahren würden wir in diesem Fall erst in den 2090er Jahren erreichen. Ich denke, wir sind uns einig, dass das Jahr 2090 in einer so fernen Zukunft liegt, das hier jegliche Prognosen schwierig sind. Für heute ist die Aussage wichtig, dass wir auch im Jahr 2040 erst bei 67,5 Jahren liegen werden. Das können wir uns aber nur erlauben, wenn auch alle anderen Teile des Rentenpakets der Rentenkommission so umgesetzt werden.
Zudem soll auch eine sogenannte „Schutzrente“ eingeführt werden für Menschen, die langfristig versichert sind und harter körperliche Arbeit nachgegangen sind. Denn natürlich gibt es Berufe, die eben nicht bis 67 Jahre ausgeübt werden können. Für diese Berufe soll es die Möglichkeit geben, auch früher abschlagsfrei in Rente zu gehen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen meine Position deutlich machen.
Viele Grüße
Ihr
David Preisendanz
