Frage an Christian Piwarz von Zvpunry Qe. Xenhfr bezüglich Bildung und Forschung

30. Juli 2019 - 07:49

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,
als Opa und Uropa wünsche ich mir für meine Enkel und Urenkel eine solide Bildung und Ausbildung. Ich registriere vielfältige Absichtserklärungen aber kaum Verbesserungen der durch die CDU ruinierten Bildungssituation. Als Aktionismus werte ich bei den Berufsschulen die Einführung des Blockunterrichts, der sich bereits vor 50 Jahren während meiner Ausbildung nicht bewährte und deshalb abgeschafft wurde. Ich kenne die Situation der Zahnmedizinischen Fachangestellten und die der Tierarzthelferinnen. Das schwierige Umorganisieren in Schulen und Praxen bei Personalmangel ohne jede Notwendigkeit ist die eine Seite der Medaille. Die andere sind die Auszubildenden selbst.
So brauchen Tierarzthelferinnen aus dem Chemnitzer und Dresdner Raum nunmehr Unterkünfte und Verpflegung, um den schulischen Blockunterricht in Leipzig wahrnehmen zu können. Häusliche Aufgaben können während der Blockschulzeit nicht mehr wahrgenommen werden, Haustiere müssen abgeschafft werden.
Nun meine Frage an Sie als Abgeordneten meines Wahlkreises:
Wie gedenken Sie in Ihrer Funktion als Minister Einfluss zu nehmen, um die entstehenden finanziellen Mehrbelastungen für die Familien auszugleichen? Müssen nun die Eltern und Kinder wegen dieser unnötigen Entscheidung mehr bezahlen?
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Michael Krause

Frage von Zvpunry Qe. Xenhfr
Antwort von Christian Piwarz
30. Juli 2019 - 09:44
Zeit bis zur Antwort: 1 Stunde 54 Minuten

Sehr geehrter Herr Qe. Xenhfr,

vielen Dank für Ihre Frage, die aber erkennbar mein Amt als Kultusminister betrifft. Ich werde gleichwohl antworten, muss aber für die Zukunft auf die Möglichkeit des Kontaktes mit dem Kultusministerium verweisen.

Die Einführung des Blockmodells in der berufsschulischen Unterrichtung für weitere Berufe, darunter auch medizinische Ausbildungsberufe, folgt der Entwicklung der letzten Jahre. Das Blockmodell wird in vielen Berufen seit vielen Jahren unproblematisch angewendet. Es folgt dem Gedanken, dass bei zurückgehenden Auszubildendenzahlen in vielen Berufen und aufgrund der daraus folgenden Notwendigkeit, die Beschulung innerhalb Sachsens auf wenige oder gar auf einen einzigen Standort zu konzentrieren, die Auszubildenden beim Besuch der Berufsschule nicht über Gebühr, beispielsweise durch mehrere Fahrten innerhalb einer Woche von und zur Berufsschule, zu belasten. Das Blockmodell hilft dabei.

Um zusätzliche Kosten, die durch die außerhäusliche Unterbringung entstehen, zu kompensieren, wurde bereits im vergangenen Schuljahr die Schülerunterbringungsleistungsverordnung verändert und der zur Verfügung stehende Tagessatz auf € 16,00 verdoppelt. Zusätzlich wird ab dem 01. August 2019 das Azubi-Ticket angeboten, was die Fahrtkosten insbesondere zwischen mehreren Verkehrsverbünden deutlich vergünstigt.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass hier ein in den meisten Berufen akzeptiertes Modell gefahren wird und dass dieses auch dazu dienen soll, eine qualitativ hochwertige Ausbildung in möglichst vielen Berufsfeldern in Sachsen zu halten.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Piwarz