Guten Tag, wie sieht Ihr Konzept zur Energiewende bzw. Rettung des Klimas aus?

Sehr geehrter Herr M.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Wir als schwarz-rote Koalition und auch ich selbst stehen hinter dem konsequenten Ausbau Erneuerbarer Energien, um deren Potenziale zu nutzen. Dabei ist das Thema Versorgungssicherheit nicht zu vernachlässigen, wie bspw. der großflächige Stromausfall in Spanien und Portugal Ende April dieses Jahres, bei dem weite Teile der beiden Länder stundenlang von der Stromversorgung abgeschnitten waren, und auch vermehrte Angriffe auf kritische Infrastruktur in Deutschland und anderen europäischen Staaten, z.B. durch Sabotage oder Cyberattacken, zeigen. Ich halte daher eine Diversifizierung unserer Energieversorgung für essenziell. Ein größeres Energieangebot soll nicht nur Versorgungsengpässen vorbeugen, sondern auch Stromkosten senken. Unser Ziel als schwarz-rote Koalition sind dauerhaft niedrige und planbare, international wettbewerbsfähige Energiekosten. Die nötige Kosteneffizienz soll durch das Zusammenspiel aus dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, einer Kraftwerksstrategie, dem gezielten und systemdienlichen Netz- und Speicherausbau, mehr Flexibilitäten und einem effizienten Netzbetrieb erreicht werden.
Im Hinblick auf das Ziel der Klimaneutralität arbeiten wir mit einem Ansatz, der Klimaschutz, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und soziale Ausgewogenheit zusammenbringt und auf Innovationen setzt. Der zentrale Baustein zur Reduktion von CO₂-Emissionen muss dabei die CO₂-Bepreisung sein. Wir wollen den Emissionshandel europäisch und international weiter vorantreiben durch eine schrittweise Einbeziehung aller Sektoren und weitere Länder für eine CO₂-Bepreisung gewinnen. Denn Klimaschutz muss global gedacht und möglichst viele Partner mit einbezogen werden. Neben einem Ausbau der Erneuerbaren und der Förderung von Innovationen für saubere Technologien setzen wir als schwarz-rote Koalition zudem bspw. auch auf klimafreundlichen Wasserstoff und einen zügigen Ausbau des Wasserstoffkernnetzes in Deutschland sowie auf Carbon Capture and Storage Technologien (CCS). Bei letzterem handelt es sich aus unserer Sicht um einen notwendigen Baustein, der eine CO₂-Kreislaufwirtschaft ermöglicht, ohne den Ausbau der erneuerbaren Energien zu behindern und auch in Bereichen eingesetzt werden kann, in denen eine direkte Dekarbonisierung derzeit technisch oder wirtschaftlich nicht umsetzbar ist. Dabei kann Deutschland von den erfolgreichen Erfahrungen anderer Länder im Bereich CCS, wie Dänemark oder Norwegen, lernen.
Weitere Pläne im Bereich Klimaschutz und Energiewende können Sie bei Interesse auch im gemeinsamen Koalitionsvertrag von Union und SPD (ab S. 28) nachlesen: https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf
Freundliche Grüße
Catarina dos Santos-Wintz