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Carsten Brodesser
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Frage von Peter M. •

Wie sinnvoll sind massive Honorar-Kürzungen und die Budgetierung der Finanzierung psychotherapeutischer Behandlung in einem Bereich, der nur 1,5% Anteil an den Gesamtausgaben der Krankenkassen hat?

Sehr geehrter Herr Brodesser,

Die aktuelle Gesundheits-Reform führt dazu, dass die Honorare für Psychotherapeuten real um bis zu 4,5 % sinken, während die Betriebskosten steigen.

Nach der gestern im Rahmen der Gesundheitsreform beschlossenen Budgetierung für psychotherapeutische Leistungen stellt sich für mich nun folgende Frage:

Wie rechtfertigt Ihre Fraktion diese massiven finanziellen Einschnitte, die laut Fachverbänden unweigerlich zu einer weiteren Verschärfung der ohnehin kritischen Wartezeiten und zu Praxisschließungen führen werden – angesichts der Tatsache, dass der Anteil der Ausgaben für Psychotherapie an den Gesamtausgaben der Krankenkassen nur ca 1,5%(!) beträgt? Die bereits erfolgte Honorar-Kürzung erspart z.B. insg. nur 0,05% der Gesamtausgaben!

Wie erklären Sie, dass im Rahmen der Reform die Pharmaindustrie, auf die rund 17% der Ausgaben entfallen, nur marginal zur Verantwortung gezogen wird, um die Kosten im Gesundheitssystem zu senken?

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Antwort von CDU

Sehr geehrte Herr M.,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die Honorarkürzung wurde nicht von der Bundesregierung oder dem Parlament, sondern zwischen den Selbstverwaltungspartnern – insbesondere der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband – im sogenannten Bewertungsausschuss beschlossen.

Die Finanzierung unseres Sozialsystems steht vor enormen Herausforderungen: demografischer Wandel und steigende Kosten im Gesundheitswesen. Wir brauchen daher eine Reform, und jeder Bereich wird seinen Anteil tragen müssen. Ich bin mir sicher, dass auch die Pharmaindustrie eine zu hohe Belastung im Entwurf beklagt.

Die angekündigten Maßnahmen im Reformpaket für den Gesundheitsbereich sind aus meiner Sicht ein mutiger und notwendiger erster Aufschlag. Jetzt beginnt die parlamentarische Arbeit, in der – das zeigt die Erfahrung – noch viele Aspekte diskutiert und weiterentwickelt werden. Hier werden auch die Fraktionen ihre eigenen Ideen und Prioritäten einbringen. Es wird sich noch einiges am Entwurf ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Carsten Brodesser

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