Zukunftsfähigkeit Grundschule: Warum integriert man Kita und GS nicht?
Sehr geehrte Frau Bas,
Unsere Kita war super: qualifizierte Erzieher, frisch gekochtes Essen, jeden Tag durften alle Kinder dies bewerten.
In der Grundschule fällt man in ein „Loch“: Bei uns gibt’s keine Ganztagsschule, HA Betreuung ist freiwillig u. wird von Nicht-Lehrern betreut, wir sitzen zwangsläufig nachmittags eine Stunde noch zu Hause dran zur Korrektur, weil die Zeit in der Schule zu kurz ist.
Die Betreuung erfolgt durch Rentner und die Kinder sind mehr sich selbst überlassen.
Das Mittagessen schmeckt den Kindern nicht, sie werden auch nicht dazu befragt. Es gibt kein frisches Essen, sondern wird vom Caterer geliefert. Ferien kaum zu überbrücken. Ich würde sehr gerne Vollzeit arbeiten, ist jedoch durch die schlechte Betreuung nicht möglich. Hausaufgaben abends noch zu erledigen kaum möglich in der 1. Klasse. Warum integriert man Kita und GS nicht? Somit könnte man Synergien nutzen und hätte qualifizierte Betreuung. Schade, dass dies beim Kita Neubau nicht berücksichtigt.
Sehr geehrte Frau P.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Ich kann gut nachvollziehen, dass fehlende Betreuungsmöglichkeiten Sie und viele andere Familien vor große Herausforderungen stellen. Wenn die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist, arbeiten insbesondere Frauen oft weniger und verdienen dadurch schlechter. Das ist ungerecht.
Für Kitas und Grundschulen sind in erster Linie die Länder und Kommunen zuständig. Der Bund hat aber wichtige Rahmenbedingungen geschaffen: Mit dem Ganztagsförderungsgesetz gibt es ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Für den Ausbau der kommunalen Betreuungsinfrastruktur stellt der Bund 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Ziel ist, dass Kinder verlässlich betreut werden und Eltern arbeiten können, wenn sie das möchten.
Im Juni 2025 haben wir das Investitionsprogramm um zwei Jahre verlängert. Denn in der Praxis hat sich gezeigt, dass der Ausbau vor Ort Zeit braucht – etwa wegen Planungsaufwand, Fachkräftemangel oder Bauverzögerungen. Länder und Kommunen bekommen so mehr Zeit und Planungssicherheit.
Ihre Anregung, Kita und Grundschule stärker zu verzahnen, erscheint mir grundsätzlich sinnvoll. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass Übergänge für Kinder gut gestaltet sind und Betreuung, Bildung und Förderung möglichst gut zusammenwirken. Wie genau das umgesetzt wird, liegt jedoch bei den Ländern und Kommunen.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

