Wie sollen Menschen mit Behinderung und gleichgestellte Personen in Arbeit integriert werden, wenn Unternehmen das nicht wollen?
Sehr geehrte Frau Bas,
vor 6 Jahren habe ich begonnen, in der Weiterbildungsbranche zu arbeiten. Seit Mai bin ich, aufgrund meiner Behinderung, einer schwerbehinderten Person gleichgestellt. Leider erlebe ich, speziell im Weiterbildungssektor, wie die Behinderung die Jobsuche erschwert als hilft. Ich bekomme Aussagen wie z. B. "Wir machen uns den Aufwand nicht". Auch habe ich mitbekommen, wie Geschäftsführer sagen, dass sie die Strafen aus der "Portokasse" zahlen, wenn sie diese Personengruppe nicht einstellen.
Ich habe mittlerweile 1000 Bewerbungen an Träger geschrieben und bekomme immer am Telefon den Grund zu hören, dass meine Behinderung der Grund für die Absage darstellt.
Wie sollen Menschen mit Behinderung und gleichgestellte Personen in Arbeit integriert werden, wenn Unternehmen das nicht wollen? Und wie möchte die SPD hier etwas unternehmen, damit Menschen, sowie ich, die wirklich arbeiten wollen (in der Weiterbildung), auch Arbeit erhalten?
Es muss sich was ändern.
Sehr geehrter Herr G.,
unser Ziel ist und bleibt, Barrieren weiter abzubauen und Menschen mit Behinderungen bessere Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Wir brauchen gerade engagierte Menschen wie Sie.
Um die Vermittlung von Menschen mit und ohne Behinderungen in Arbeit und Ausbildung kümmern sich vorrangig die örtlichen Agenturen für Arbeit und die Jobcentern, denen hierfür ein breites Spektrum an Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung steht. Diese Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten werden fortlaufend weiterentwickel.
Außerdem schützt das Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz vor Benachteiligungen aufgrund einer Behinderung im Bewerbungsverfahren. Sofern es Anhaltspunkte für eine unzulässige Benachteiligung gibt, können Betroffene sich beispielsweise an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden (https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/startseite/startseite-node.html) und ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

