Wie können Sie es mit Ihrem Gewissen verantworten, viele Rentner in die Altersarmut zu zwingen, indem Minijobs abgeschafft werden?
Sehr geehrte Frau Bas, ich bin 71 Jahre alt, habe 46,5 Jahre gearbeitet, tagstags mit einer halben Stelle in den allerletzten Jahren, während derer ich meine schwerkranken Eltern gepflegt habe. Meine Rente liegt bei der der als "Gefahr der Altersarmut" oberen Grenze. Ich bin Single und habe keine Kinder (unfreiwillig). Den Minijob, den ich unbedingt so lange wie möglich brauche, ermöglicht es mir, Löcher zu stopfen, die hohen Preise abzufedern, eine wenig an Kultur und Kunst teilzunehmen (möglicht preiswert) und vielleicht ab und zu keinen kleinen Urlaub zu machen. Ich erlebe es als staatliche Gewalt, dass man mir diese Verbesserung meines ohnehin bescheidenen Lebens zu nehmen. Das Alter wird das ganz von selber irgendwann tun. Der Staat hat kein Recht dazu!
Sehr geehrte Frau F.,
die Alterssicherungskommission hat kürzlich ihren Bericht vorgelegt, wie die Alterssicherung angesichts der demografischen Entwicklung auch in Zukunft stabil, gerecht und nachhaltig gestaltet werden kann. Hierzu gehört auch die Empfehlung, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs abzuschaffen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass auch weiterhin neben der Rente hinzuverdient werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

