Warum ist Deutschland nicht in der Lage erstmal seine eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen bevor es Milliarden ins Ausland gibt um anderen Ländern zu helfen ? Man kann nur das abgeben übrig ist .
Sehr geehrter Herr H.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Den Gedanken verstehe ich: erst das eigene Haus in Ordnung bringen. Nur trifft das Bild die Haushaltswirklichkeit nicht ganz. Der weitaus größte Teil des Bundeshaushalts fließt in unser eigenes Land – allein rund ein Drittel in Arbeit und Soziales, dazu kommen Verkehr, Bildung, Forschung, innere und äußere Sicherheit. Die Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit machen nur einen verhältnismäßig kleinen Teil aus.
Zur Wahrheit gehört auch: Was wir „ins Ausland geben“, ist eine gezielte Investition für uns selbst. Wenn andere Länder und Regionen instabil werden, kommen die Folgen zu uns zurück – über Fluchtbewegungen, unterbrochene Lieferketten und höhere Preise.
Auch die deutliche Unterstützung der Ukraine ist keine Wohltätigkeit. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands richtet sich nicht nur gegen die Ukraine, sondern gegen Frieden und Freiheit in Europa – wir können nicht zulassen, dass Grenzen mit Gewalt verschoben werden. Nur aus einer Position der Stärke lässt sich Frieden sichern. Auch ich würde dieses Geld lieber woanders ausgeben. Aber wir können uns den weltweiten Machtverschiebungen nicht entziehen.
Gerade in einer Zeit, in der die uns bekannte Weltordnung angegriffen wird, ist es umso wichtiger, dass Deutschland weltweit als verlässlicher Partner wahrgenommen wird. Das ist in unserem ureigenen Interesse.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

