Kämpfen Sie bzw. die SPD für die unveränderte Beibehaltung der 100000€ Grenze im Angehörigenentlastungsgesetz bei der Pflege?
Sehr geehrte Frau Bas,
die Diskussion um die 100000€ Grenze die Frau Warken aufgemacht hat, macht uns schlicht weg "Angst". Das Angehörigenentlastungsesetz war für uns 2020 eine unglaubliche Erleichterung was Planbarkeit und eigene Sicherheit anging. Jetzt haben wir quasi bald schon wieder Angst selbst zu sparen. Wir haben 2 gescheidene Elternteile die in der Grundsicherung im Alter sind mit Nettorenten von ca. 500€. Im Heimfall sind die Finanzlücken gigantisch. Man würde uns immer bis ans max. des Möglichen bringen. Wir ärgern uns ja bald schon unser Haus abbezahlt zu haben, weil dann ein Wohnvorteil angerechnet wird. Es öffnet sich wieder das alte Damoklesschwert über uns, was uns überlegen lässt selbst unsere Lebensplanung anders zu gestalten. Ihr Gesetz damals brachte mehr in die Familie als eine Obergrenze, es brachte Seelenfrieden in die Verwandschaft und die Familie. Bitte kämpfen Sie dafür, das es so bleibt wie es ist. Ich zahle da lieber höhere Beiträge zur Pflegeversicherung.
Sehr geehrter Herr S.,
die Bundesregierung möchte einen Beitrag zur Vermeidung steigender Sozialhilfekosten leisten, die die Kommunen belasten. Nach Abschluss der Evaluation des Angehörigenentlastungsgesetzes wird die Bundesregierung daher prüfen, wie die Kommunen durch mögliche Anpassungen angemessen entlastet werden können. Dabei ist auch der Verwaltungsaufwand zu berücksichtigen, den eine Einzelfallprüfung bei der Heranziehung von Angehörigen im SGB XII erzeugt.
Ich persönlich kann Ihre Sorgen sehr gut nachvollziehen und sehe auch den „Seelenfrieden“ bei vielen Familien. Auch deshalb habe ich in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass wir die Angehörigen stärker im Blick haben müssen.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

