Guten Tag, mit großer Sorge sehe ich der Zukunft unserer ärztlichen Versorgung als Patientin der Gesetzl.Krankenk.entgegen. Was unternehmen Sie dagegen? Wie haben Sie gestimmt? MfG
Ich wurde heute, im Rahmen der Krebsvorsorge, über den Rahmen hinaus beraten. Es war notwendig. Werden wir in Zukunft diese Versorgung einbüßen? Ich bin Mutter einer Großfamilie. Wer wird zukünftig diese Extrakosten zahlen können? Werden wir dann, weil Kassenpatienten, den Wölfen zum Fraß vorgeworfen?
Sehr geehrte Frau B.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind in den letzten Jahren stark gestiegen, bei einer im internationalen Vergleich oft nur mittelmäßigen Versorgungsqualität. Finanziert haben diese gestiegenen Kosten die Versicherten und Arbeitgeber, durch Zusatzbeiträge in Rekordhöhe von mittlerweile rund 65 Milliarden Euro pro Jahr. Weitere Beitragssatzerhöhungen können wir weder den Rentnerinnen und Rentnern noch den Beschäftigten und ihren Arbeitgebern zumuten. Gleichzeitig sind auch die öffentlichen Haushalte in einer schwierigen Lage.
Zur Einordnung: Ohne Gegenmaßnahmen könnte das Defizit bis 2030 auf rund 40 Milliarden Euro steigen. Das würde einen Anstieg der Zusatzbeitragssätze auf 4,7 Prozent bedeuten, bzw. einen Gesamtbeitragssatz zur Krankenversicherung von 19,3 Prozent.
Der Handlungsdruck war also groß. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist ein Spargesetz und kann nur eine Übergangslösung sein. Dabei war es uns in der SPD-Bundestagsfraktion wichtig, Sparmaßnahmen nicht einseitig zulasten von Patientinnen und Patienten oder einzelnen Berufsgruppen zu gestalten. Alle Akteure im Gesundheitswesen, von Krankenkassen bis Leistungserbringern, müssen ihren angemessenen Beitrag zur finanziellen Stabilisierung der GKV leisten.
Ich kann dennoch nachvollziehen, dass einige der Maßnahmen für manche Menschen eine Zumutung darstellen und auch entsprechend kritisiert werden. Wichtig ist nun, die vereinbarten Strukturreformen konsequent voranzutreiben – insbesondere die Krankenhausreform, die Reform der Notfallversorgung, die Weiterentwicklung des Apothekenwesens, eine stärkere Primärversorgung sowie die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens. Ziel ist eine zügige und zugleich nachhaltige Verbesserung unseres Gesundheitssystems. Dafür brauchen wir jetzt eine finanziell stabile GKV. Wir vermeiden jetzt Beitragssatzerhöhungen für ein zu teures System, und wir beginnen gleichzeitig mit den nötigen Strukturreformen.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Deutschen Bundestag, seinen Abgeordneten oder mir Kontakt aufzunehmen – zum Beispiel über https://www.bundestag.de.
Mit freundlichen Grüßen
Bärbel Bas

