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Anna Cavazzini
BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN
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Frage von Leon G. •

Unterstützen sie die Stop Killing Games Kampagne?

Hallo Frau Cavazzini, Stop Killing Games ist eine Verbraucherbewegung, die ins Leben gerufen wurde, um die Rechtmäßigkeit von Herausgebern, die Videospiele zerstören, die sie an Kunden verkauft haben, in Frage zu stellen. Eine zunehmende Anzahl von Videospielen werden effektiv als Waren verkauft, ohne ein klares Verfallsdatum, aber können unspielbar werden, sobald der Support des Herausgebers endet. Diese Praxis ist eine Form der geplanten Obsoleszenz und ist nicht nur schädlich für die Kunden, sondern macht auch die Erhaltung der Spiele praktisch unmöglich. Darüber hinaus ist die Rechtmäßigkeit dieser Praxis in vielen Ländern weitgehend ungeprüft.Ich würde mich sehr freuen wenn sie sich Öffentlich für diese Kampagne aussprechen, da Videospiele auch Kunst und Kulturgut sind und es nicht sein kann, dass Publisher diese aus Geldgier zerstören und dem Kunden wieder wegnehmen.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Hallo Leon G.,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Gemeinsam mit meiner Fraktion Die Grünen/EFA haben wir im Europäischen Parlament die Europäische Bürgerinitiative (ECI) „Stop Killing Video Games" unterstützt. Denn das Verbraucherschutzniveau ist im EU-Recht bei physischen und digitalen Produkten leider noch nicht zu vergleichen.

Während wir bei physischen Produkten viel erreicht haben – vom Recht auf Reparatur bis hin zum Verbot geplanter Obsoleszenz – sieht es für Verbraucher*innen bei Videospielen ganz anders aus.

Wer Videospiel kauft, das online mit dem Herausgeber verbunden ist, erwirbt eigentlich eine Lizenz für dessen Nutzung. Eine vom Herausgeber definierte Lizenz, die potenziell „jederzeit und aus jedem Grund" beendet werden kann. Nur, dass das vielen beim Kauf nicht unbedingt bewusst ist. Wenn der Herausgeber dann ein Videospiel einstellt, endet nach der Benachrichtigung nicht nur der laufende Support, sondern es ist buchstäblich tot – also auch nicht mehr spielbar für Gamer.

Die Europäische Bürgerinitiative (ECI) „Stop Killing Video Games" war nun erfolgreich:  Fast 1,3 Millionen Europäer*innen fordern jetzt von uns als Mitgesetzgeber, diesem erzwungenen und vorzeitigen Tod von Videospielen ein Ende zu setzen. Der Binnenmarktausschuss, dem ich vorsitze, hat als erster Ausschuss im Europaparlament eine Anhörung zu „Stop Killing Videogames" durchgeführt.

Obwohl die Europäische Kommission angekündigt hatte im Juni 2026 eine Mitteilung vorzulegen, wie die spezifische Situation eines Lizenzmodells das gleiche Maß an Verbraucherschutz für Gamer gewährleisten kann, wie wir es im Binnenmarkt physischer Produkte gewohnt sind, ist das Ergebnis enttäuschend. Die Europäische Kommission möchte nun lediglich eine Gesprächsrunde ins Leben rufen, statt über mögliche Lösungen zu sprechen.

Seien Sie sich sicher, dass ich als Europaabgeordnete und die gesamte Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament auch weiterhin für eine Lösung im Sinne des Verbraucherschutzes arbeiten werden. Eine Lösung, um das willkürliche Ende des Spielspaßes zu vermeiden und ein langes Leben für das zu sichern, was längst Teil unserer Kultur geworden ist.

Wenn Sie meine parlamentarische Arbeit weiterverfolgen möchten, können Sie hier meinen Newsletter abonnieren:
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Viele Grüße,
Anna Cavazzini

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