Frage an Albert Rupprecht von Jvyyl Mnpu bezüglich Bildung

03. August 2005 - 00:30

Sehr geehrter Herr MdB Rupprecht,

zuallererst freue ich mich, daß es dieses Portal gibt und hoffe daß sie diese Freude gemeinsam mit mir teilen.

Aufgrund der Tatsache, daß im Wahlprogramm der CDU/CSU keine hinreichenden Aussagen bzgl. BAFÖG getroffen werden, sehe ich mich gezwungen bei Ihnen, als meinen Wahlkreiskandidaten, näher nachzufragen.

Eine qualifizierte Ausbildung ist heute mehr als früher unablässig für den heute immer stärker werdenden Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt. Bildung - also ein hohes Gut. Das wird sicherlich von der CDU/CSU niemand bestreiten, umso mehr frage ich mich, wieso nur in wenigen Sätzen auf Bildungsfragen eingegangen wird.

Wird von der CDU/CSU auf mehr Eigenverantwortlichkeit im Sinne eines zinslastigen kreditfinanzierten Studiums (im Rahmen eines KfW-Kredits) gesetzt, welches im Fortlauf das BAFÖG ersetzen soll, oder wird das "alte" bzw. aktuelle BAFÖG beibehalten?

Finden Sie nicht, daß durch ein kreditfinanziertes Studium eine finanzielle Abhängigkeit geschaffen wird und der Leistungs- und Erfolgsdruck - besonders für Studienbereite aus sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen - zunimmt?

Im Wahlprogramm konnte ich außerdem leider keine Stellungnahmen zu "Studiengebühren" vernehmen. In den alltäglichen Nachrichten war zwar hin und wieder einmal die Rede von ca. 500.- EUR/ Semester, jedoch soll in einer noch zu verabschiedenden Hochschulgesetzregelung in Bayern, ein genauer Betrag vermieden und den Universitäten die Entscheidung über eine mögliche Höhe des Betrags zugestanden werden.

Leider kann sich ein Student, nicht wie der Staat, bei solchen "Planungsunsicherheiten" auf eine unerschöpfliche Geldquelle verlassen, auf die zurückgegriffen werden kann. Abermals ein zusätzlich und ganz und gar unnötig aufgebauter Druck. Außerdem werden Studiengänge scheinbar nur noch unter **rein** wirtschaftlichem Aspekt betrachtet und nicht mehr unter - ebenso wichtigem - sozialgesellschaftlich-kulturellem Aspekt. Als Konsequenz daraus werden an Universitäten einige Studiengänge einfach aus dem Lehrangebot genommen, was im beginnenden Wintersemester 2005 bereits an einigen bayerischen Universitäten der Fall sein wird.

Sicherlich müssen die Einrichtungen an den Universitäten erhalten werden - und dies alles kostet Geld. Doch finden Sie nicht auch, daß gerade die Export-Wirtschaft an sich, welche von qualifizierten Hochschulabgängern abhängig ist, nicht mit Begeisterung daran gehen müsste, von sich aus die Bildung tatkräftig zu unterstützen, indem sie den Staat an seinen Gewinnen teilhaben lassen sollte, damit jener gemäß einer gerechten Umverteilung das hohe Gut der Bildung - ohne extreme Belastung der Studierenden - auch zum Wohle und für den Fortbestand einer künftigen Wohlstandsgesellschaft fördern kann?

Wie finden Sie das? Nun gäbe es zwar noch mehr Fragen meinerseits, doch überfordern möchte ich Sie auch nicht gleich und bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen gleich jetzt.

MfG

Willy Zach

Frage von Jvyyl Mnpu