Stimmen Sie der automatischen Kopplung des Rentenalters zu? Ja oder nein?
Die Krankschreibung ab dem 1. Tag ist nur eine Nebelkerze der Regierung und lenkt vom wichtigen o.g. Punkt ab
Sehr geehrter Herr A.,
eine automatische Kopplung des gesetzlichen Rentenalters an die Lebenserwartung lehne ich ab. Als Mitglied der Bundestagsfraktion der Grünen warne ich vor sozialer Ungleichheit, weise auf gesundheitliche Belastungen von Arbeitnehmern hin und setze stattdessen auf flexible Übergänge sowie präventive Maßnahmen. Es ist klar, dass das Rentensystem reformiert werden muss.
Eine automatische Koppelung benachteiligt körperlich schwer arbeitende Menschen, die oft eine geringere Lebenserwartung haben als Akademiker oder besser Verdienende.
Die gesundheitliche Realität zeigt, dass zahlreiche Beschäftigte bereits heute gesundheitlich nicht in der Lage sind, bis zur regulären Altersgrenze von 67 Jahren zu arbeiten. Ein automatisches Anheben des Rentenalters führt für Menschen, die nicht länger arbeiten können, zu einer indirekten Rentenkürzung.
Deshalb plädiere ich dafür die Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass Menschen das reguläre Rentenalter bei guter Gesundheit überhaupt erreichen können. Arbeitnehmer sollten den Übergang in den Ruhestand flexibel gestalten können und bei freiwilligem Weiterarbeiten von Rentenzuschlägen profitieren können.
Zu Ihrer zweiten Frage: Eine ärztliche Krankschreibung ab dem ersten Tag ist nicht zielführend, denn sie ist mit erhöhten Verwaltungskosten verbunden, belastet die ohnehin knappen personellen Ressourcen in den Praxen und führt eher dazu, dass Arbeitnehmer:innen Krankheiten verschleppen oder am Arbeitsplatz durch Ansteckung der Kolleg:innen verbreiten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Alaa Alahmwi, MdB

