(...) Die große Anzahl von Zuschriften, in denen neben Zustimmung auch die tiefe Sorge um die Stabilität in Europa zum Ausdruck gebracht wurde, habe ich sehr ernst genommen. Nach Abwägung aller Argumente bin ich jedoch zu dem Ergebnis gekommen, daß die Aufstockung des Eurorettungsschirmes eine schmerzliche aber letztlich unvermeidliche Maßnahme zur Stabilisierung unserer Währung und unserer Wirtschaft ist. (...)
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(...) Tatsächlich nutzen die Gegner der Finanztransaktionssteuer in erster Linie das Argument, eine Einführung einer solchen Steuer auf einzelnen Märkten würde zu einer massiven Abwanderung in steuerfreie Märkte führen. Die größten Gegner der Finanztransaktionssteuer sind dabei die USA und Großbritannien – was auch das Problem mit Ihrem theoretisch guten Vorschlag erklärt. IWF Hilfen werden an Länder mit Zahlungsbilanzproblemen bezahlt, also an Länder, denen die Hoheit über die Währung, in welcher sie sich verschuldet haben, abhanden gekommen ist. (...)
(...) Zu den Ratingagenturen stehe ich auf dem Standpunkt, dass die Bewertung der Kreditwürdigkeit eines Staates allein Sache der Marktteilnehmer ist. Ich rate daher zur Vorsicht vor gesetzlichen Vorgaben, die wir gegenüber US-amerikanischen Ratingagenturen ohnehin nicht machen könnten. (...)
(...) Im Hinblick auf eine Finanzmarktsteuer befürworte ich eine europäische oder internationale Lösung, da einzelstaatliche Mechanismen in der inzwischen weltweiten Vernetzung auf dem Kapitalmarkt nicht zielführend sind. Die Attraktivität rein spekulativer Börsengeschäfte ist dadurch verringert. Zudem bringt sie ein Zuwachs an Stabilität an den Finanzmärkten. (...)
(...) Viele Gegner einer Finanztransaktionssteuer führen das Argument, Kapital würde immer den günstigsten Handelsplatz suchen, immer wieder heran. Sie halten aus diesem Grund einzig und allein eine europaweite, wenn nicht gar weltweite, Finanztransaktionssteuer für sinnvoll, da sich Spekulationen sonst nur verschieben, nicht aber verringern würden. Weil es leider fragwürdig ist, dass es jemals soweit kommen wird, kann dies nur unser Fernziel sein. (...)